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Donnerstag, 13.08.2015

Brühl ist für Flüchtlingsaufnahme gerüstet

Nachdem im Rhein-Erft-Kreis bereits mehrere Städte Sonderzuweisungen von jeweils bis zu 150 Personen erhalten haben, wird nun auch für Brühl eine Zuteilung immer wahrscheinlicher. Bereits seit Ende Juli bereitet sich die Brühler Stadtverwaltung auf diesen Tag vor.
Großbildansicht Das zurzeit leer stehende ehemalige Brühler Gartencenter in Brühl-Ost wird als Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet

Für den Monat Juli ist ein neuer Höchststand bei den Flüchtlingszahlen gemeldet worden. Aktuell sind die Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW völlig überlaufen. Das Land NRW ist vor einigen Wochen bereits dazu übergegangen, die Städte zur Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen sog. "Amtshilfeersuchen" zu verpflichten. Bundesländer und Kommunen sind täglich vor neue ungeahnte Situationen und Probleme gestellt.

Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen reichen die über 25.000 landesweiten Regelplätze und Notunterkünfte nicht aus, um alle Flüchtlinge unterzubringen. Derzeit treffen wöchentlich über 5.000 Asylsuchende in Nordrhein-Westfalen ein. In der vergangenen Woche haben rund 5.350 Flüchtlinge Zuflucht in NRW gesucht. Seit Anfang Juli hat die Bezirksregierung Köln deshalb rund 2150 zusätzliche Plätze geschaffen. Dadurch können im Kölner Regierungsbezirk aktuell rund 3.100 Flüchtlinge in Landesunterkünften aufgenommen werden. Dies ist nur aufgrund der enormen Unterstützung und der großen Hilfsbereitschaft der Kommunen möglich.

Zum Vergleich: Im Jahr 2007 sind in NRW insgesamt rund 6000 Flüchtlinge untergebracht worden. Bislang hat NRW im Jahr 2015 bereits rund 90.000 Asylsuchende untergebracht.

Nachdem im Rhein-Erft-Kreis bereits mehrere Städte Sonderzuweisungen von jeweils bis zu 150 Personen erhalten haben, wird nun auch für Brühl eine Zuteilung immer wahrscheinlicher.

Bereits seit Ende Juli bereitet sich die Brühler Stadtverwaltung auf diesen Tag vor. Erfahrungsgemäß haben die Kommunen nur wenige Tage Zeit, die Aufnahme und Unterbringung der Flüchtlinge zu organisieren.

Aufgrund dieser zeitlichen Rahmenbedingungen wurden in einer ersten Stufe alle Unterbringungsplanungen auf die städtische Dreifachhalle an der Gesamtschule ausgerichtet mit dem Ziel, soweit vorbereitet zu sein, dass im Falle der Zuweisung durch das Land ein erarbeiteter Ablaufplan in Gang und umgesetzt werden kann, der bis zum Zeitpunkt der Ankunft der Flüchtlinge deren Unterbringung, Versorgung und Betreuung sicherstellt.

In einer zweiten Stufe sollte dann eine andere Unterbringungslösung für die Flüchtlinge gefunden werden, damit die betreffende Turnhalle wieder für ihren eigentlichen Zweck zur Verfügung gestellt werden kann.

Da die Stadt Brühl über keine eigenen räumlichen Kapazitäten verfügt, die kurzfristig zur Unterbringung einer solch großen Gruppe von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden kann, erfolgte unter anderem auch eine Anfrage an den Eigentümer des ehemaligen Gartenmarktes in Brühl-Ost an der Lise-Meitner-Straße. Es zeigte sich, dass das Gebäude nicht nur in besonderem Maße geeignet ist, sondern dass auch eine ganz kurzfristige Anmietung und Herrichtung möglich ist, die dazu führt, dass gänzlich auf die Belegung einer Schulsporthalle verzichtet werden kann.

Aufgrund der städtischerseits zugesagten Gewährleistung eines Sicherheitsdienstes, einer ärztlichen und sozialen Betreuung sowie der Bereitstellung von Dolmetschern und eines Ansprechpartners vor Ort ist der Eigentümer dankenswerter Weise bereit, das Gebäude für den Zweck zur Verfügung zu stellen.

Das erst ein paar Jahre alte Gebäude eignet sich hervorragend und kann durch seine Größe großzügiger eingerichtet werden als eine Sporthalle. Darüber hinaus können Aufenthaltsbereiche so angelegt werden, dass die Privatsphäre weitgehend erhalten wird. Ehemalige Büroräume können für die Erstaufnahme, für eine Essensausgabe und für ärztliche Betreuung hergerichtet werden. Die Anforderungen an Brandschutz und sonstige Sicherheitsvorschriften sind ebenfalls gegeben. Die Hallen können gekühlt, beheizt und beleuchtet werden und sind nach hinten durch einen Sicherheitszaun eingefasst.

"Ich freue mich sehr über das kurzfristige und äußerst flexible Entgegenkommen des Eigentümers," so Bürgermeister Freytag. "Diese Lösung verschafft uns die Möglichkeit, den dringend hilfesuchenden Menschen eine angemessene Unterkunft zu bieten und gleichzeitig den Sportbetrieb der Schulen und Vereine in der Dreifachhalle in gewohntem Umfang stattfinden zu lassen."

Die Leitung und die Aufrechterhaltung des Betriebs der Unterbringungseinrichtung obliegt für den gesamten Zeitraum der Stadt Brühl.

Das Land NRW hatte zunächst vorgesehen, die Heranziehung der Kommunen auf die Dauer von 3 - 4 Wochen zu begrenzen. Aufgrund der aktuellen Situation ist derzeit von einer längeren Belegungszeit auszugehen, wie Erfahrungen anderer Kommunen zeigen.

Das Land NRW hat zugesagt, anfallende Kosten für die Einrichtung zu erstatten.

Rund um die Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge ist insbesondere in den Tagen der aktuellen Vorbereitung und am Aufnahmetag viel Arbeit zu leisten. Bürgermeister Freytag hat daher in einem persönlichen Rundschreiben an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Unterstützung aufgerufen. Auch der Einsatz ehrenamtlicher Helfer, der Feuerwehr oder anderer Organisationen wird geprüft. Um eine professionelle Betreuung der teilweise traumatisierten Menschen sicher zu stellen, steht man derzeit im Gespräch mit sozialen Hilfsorganisationen.

Am Tag der Anreise der Flüchtlinge werden neben Sicherheitsdienst, Hausmeistern, Ärzten und Sozialarbeitern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung benötigt, um die Registrierung der Flüchtlinge und die Unterbringung im Notquartier sicherzustellen. Auch sind insbesondere Personen mit Fremdsprachenkenntnissen gefragt. Eine entsprechende Dolmetscherliste wurde in der Verwaltung bereits erstellt. Darüber hinaus ist die Versorgung mit Essen und Getränken, die Ausgabe von Hygieneartikeln und vieles mehr sicherzustellen.

"Ich bedanke mich bereits jetzt für die große Unterstützung aus Verwaltung, Bürgerschaft und auch des benachbarten "Dänischen Bettenlagers" zur Lösung dieser außerordentlichen Aufgabe. Ich bin mir aus den Erfahrungen der Vergangenheit sicher, in breitem Maße auf die Hilfe aller bauen zu können. Nur so ist diese bedeutende Aufgabe zu schultern," so Bürgermeister Freytag.

Er bittet allerdings ausdrücklich, davon abzusehen, die Notunterkunft persönlich aufzusuchen. Für die dort untergebrachten Menschen sei es nach allen Strapazen nun zunächst wichtig, zur Ruhe zu kommen.

Für alle Fragen rund um das Thema "Flüchtlinge" steht in der Stadtverwaltung ein zentraler Ansprechpartner zur Verfügung, der telefonisch erreichbar ist unter 02232 79-2404 oder per Mail.

Wichtig: Geld- und Sachspenden kann die Stadt aus organisatorischen Gründen leider nicht entgegen nehmen. Wer spenden will oder eine ehrenamtliche Unterstützung anbieten möchte, kann sich ebenfalls an die Stadt Brühl E-Mail-Adresse wenden. Die Angebote werden weiter geleitet bzw. Kontaktadressen werden vermittelt.

Gerne werden auch noch Angebote von Personen angenommen, die über Fremdsprachenkenntnisse verfügen, insbesondere in den Sprachen serbisch, bosnisch, kroatisch, macedonisch, bulgarisch, kisuaheli, ewe oder kabiye und thai. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an Antje Cibura, Tel. 02232/79-2250 oder Mail.

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