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Freitag, 03.07.2015

Auftaktveranstaltung zur Armutsprävention von Brühler Kindern und ihren Familien

Am vergangenen Donnerstag trafen sich auf Einladung von Bürgermeister Dieter Freytag 25 Vertreterinnen und Vertreter des sozialen Lebens, des Sports und der Brühler Politik im Rathaus, um sich über das Ausmaß von Kinderarmut in Brühl zu informieren.

Kann man es erreichen, dass alle Kinder in Brühl in gesicherten Verhältnissen aufwachsen können und damit die Chance auf ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben erhalten?

Als Gastreferent skizzierte Christoph Gilles, Leiter der Koordinationsstelle Kinderarmut im Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Situation von Kindern aus armen Familien und zeigte Strategien auf, um ein Aufwachsen in Wohlergehen für alle Kinder zu erreichen, deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu sichern und die Folgen von Kinderarmut zu verhindern. Fazit: Es gibt bereits etliche Maßnahmen, die auch zugunsten armer Kinder wirken. Aber: Diese müssen koordiniert werden. Hierfür ist grundlegend, Institutionen in Netzwerken zusammen zu bringen und Aktionen untereinander abzustimmen. Nur so kann eine Präventionskette von der Geburt bis zum Einstieg in den Beruf aufgebaut werden.
Christoph Gilles stellte heraus, dass arme Kinder weniger gebildet und weniger gesund sind, weniger Freunde haben, seltener einem Sportverein oder einer Jugendgruppe angehören, weniger Kulturangebote annehmen. Besonders prekär ist, dass Kinder aus armen Verhältnissen ihre Zukunft selbst schlechter einschätzen als Kinder, die in gesicherten Verhältnissen leben.

Juana L. Bäckmann, Koordinatorin des Kinderarmut-Projektes der Stadt Brühl "Eltern stärken, Bildung fördern, Chancen eröffnen", stellte die Ergebnisse ihrer statistischen Untersuchung zur Kinderarmut in Brühl vor. Auch in Brühl ist Kinderarmut nachweisbar. Zum Zeitpunkt der Untersuchung 2013/14 bezogen 7,4% aller Brühler Bürgerinnen und Bürger und damit jede/r 13. Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Gleichzeitig stieg die Quote der als arm geltenden Brühler Bürgerinnen und Bürger mit abnehmendem Alter: Während von den unter-18-Jährigen jede/r Achte von Armut betroffen war - im westdeutschen Durchschnitt war dies jede/r Sechste -, war von den unter-Dreijährigen bereits jedes sechste Brühler Kind betroffen.

In der Untersuchung erwiesen sich die Innenstadt, Vochem und Pingsdorf als die am stärksten belasteten Brühler Stadtteile; Pingsdorf insbesondere aufgrund der Zuordnung der Straßenzüge Am Bungarten, Am Römerkanal und Am Ringofen. Besonders armutsgefährdete Personengruppen sind Alleinerziehende, hier ist jeder vierte Haushalt von Armut betroffen, Familien mit drei und mehr Kindern, und Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Derzeit wachsen 62 Kinder in Brühl in Flüchtlingsfamilien auf.

Eine angeregte Diskussion entspann sich mit der Vorstellung des Entwurfs einer Brühler Agenda Was brauchen unsere Kinder? Was brauchen unsere Eltern?, in deren Verlauf zentrale Themen wie das Problem der Scham im Zusammenhang mit finanziell schwierigen familiären Lagen, die Notwendigkeit der Vernetzung von Institutionen und die große Zahl an Angeboten, die es in Brühl bereits gibt, angesprochen wurden. Nach zwei Stunden angeregter Diskussion bedankte sich Bürgermeister Freytag bei den Anwesenden herzlich für deren Engagement. Die Institutionen wurden gebeten, ihre Aktivitäten, die zur Prävention von Kinderarmut bzw. der Vermeidung der Folgen von Kinderarmut beitragen, an die Stadtverwaltung zu melden.

Am Donnerstag, den 3. September findet das Folgetreffen im Rathaus statt. Ziel dieses zweiten Treffens ist insbesondere die Sichtung der bestehenden Angebote der Brühler Institutionen, das Ausmachen von Lücken in der Präventionskette und die zielgerichtete Erweiterung der Angebotspalette.





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