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Mittwoch, 18.01.2017

Alter Gebäudeteil der GGS Brühl-Badorf wird vorerst geschlossen

Die Entscheidung ist gefallen: Die Schulklassen, die bisher noch im Gebäude B der Badorfer Grundschule untergebracht sind, werden ab Beginn der nächsten Woche im Gebäude der benachbarten OGS unterrichtet.

Im Rahmen einer öffentlichen Pressekonferenz, zu der auch alle Eltern der Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Brühl-Badorf eingeladen waren und Gelegenheit hatten, Fragen zu stellen, informierten Bürgermeister Dieter Freytag und der Leiter des beauftragten Kölner Instituts für Energieberatung und Baubiologie, Tom Berkefeld, der auch Sachverständiger für Schimmelpilze und Innenraumschadstoffe ist, am vergangenen Dienstag über den Sachstand der Schadstoffmessung an der Schule.

Bürgermeister Freytag stellte eingangs noch einmal die zeitlichen Abläufe dar und berichtete, dass unmittelbar nachdem die Stadt Kenntnis von den Bedenken der Schulleitung erhalten habe, eine Überprüfung in die Wege geleitet worden sei. So habe die Rektorin Ende Oktober 2016 erste Hinweise gegeben. Bereits am 8. November habe es ein Gespräch mit dem Baubiologen gegeben, der nach einer Wartezeit, in der im Gebäude nicht gereinigt werden durfte, Ende November seine Messungen durchgeführt habe. Die Ergebnisse der Messung lagen nach einer üblichen 3-wöchigen Laborbearbeitungszeit kurz vor der Einstellung des Schulbetriebs in den Weihnachtsferien vor. Ein Informationsbrief an die Eltern sei in den Weihnachtsferien erstellt und den Kindern am ersten Schultag mitgegeben worden. In dem Brief habe er die maßgeblichen Informationen mitgeteilt.

Er betonte, dass die Bekanntgabe der konkreten Messergebnisse nicht etwa deshalb unterblieben sei, weil man die Resultate geheim halten wollte. Grund sei vielmehr gewesen, dass die reinen Messwerte für den Nichtfachmann wenig aussagekräftig seien und sich nur durch nähere Erläuterungen eines Sachverständigen erschließen würden. Im Übrigen habe es sich um Zwischenergebnisse gehandelt, da weitere Untersuchungen notwendig sind, um nähere Aussagen auch hinsichtlich eventueller Maßnahmen zur Ursachenbekämpfung treffen zu können. Daher sei diese Vorgehensweise und auch die Entscheidung, den Schulbetrieb in dem Gebäude aufrecht zu erhalten, zu diesem Zeitpunkt vertretbar und verhältnismäßig gewesen.

Im Zuge der Erläuterungen der ersten Messergebnisse machte Baubiologe Berkefeld anschließend deutlich, dass es bei Hausstaubuntersuchungen keine Grenzwerte für die festgestellten Schadstoffe gebe, sondern nur statistische Durchschnittswerte. Diese Werte dienten der Orientierung und stellten keine toxikologische Bewertung dar. Substanzen wie PCP (Holzschutzmittel), PCB (Polychlorierte Biphenyle) oder PBB (Polybromierte Biphenyle), die eine unmittelbare Einstellung der Nutzung erforderlich gemacht hätten, wurden nicht - auch nicht in geringem Umfang - gefunden.

Aus diesem Grunde gebe es zum jetzigen Zeitpunkt auch keinen Anlass für eine Ausgliederung der Klassen. Unter Beachtung der von ihm empfohlenen täglichen Nasssäuberung sei die weitere Nutzung des Gebäudes zu verantworten, da die auffälligen Stoffe schwerflüchtig und vor allem im Hausstaub zu finden sind, sodass die Belastung durch das feuchte Reinigen minimiert werden könne.

Der Baubiologe erklärte auch, dass die Verfahrensweise nach der Staubmessung normalerweise im zweiten Schritt eine Raumluftmessung vorsehe, für die Grenzwerte festgelegt seien. Aufgrund der Ergebnisse der Hausstaubmessung sei allerdings nicht mit einer Überschreitung der Richtwerte zu rechnen. Damit wäre das übliche Prüfverfahren dann beendet. Weil man aber verantwortungsvoll mit der Situation umgehen wolle, überspringe man die Stufe der Raumluftmessung und gehe direkt über zur Quellenermittlung, um möglichst schnell Maßnahmen zum Quellenrückbau durchführen zu können.

Presse und Elternschaft stellten anschließend zahlreiche und kritische Fragen; insbesondere die Eltern brachten ihre Besorgnis um das Wohl ihrer Kinder zum Ausdruck.

Diese Besorgnis der Eltern hat Bürgermeister Freytag nun zum Anlass genommen, entgegen der Auffassung des Baubiologen eine Auslagerung der betroffenen Klassen anzuordnen. Vorgesehen ist, einen Teil der Klassen in die OGS-Räumlichkeiten zu verlegen.

Die konkrete Umsetzung der Auslagerung wird zurzeit gemeinsam von Schulleitung, Stadt Brühl und Gebäudemanagement geplant. Sobald in Kürze die genaue Abwicklung feststeht, werden die Eltern umfassend informiert.

Im Anschluss an die gestrige Veranstaltung erfolgte die Entnahme weiterer Materialproben zur Quellenermittlung. Darüber hinaus werden Messungen nun auch in den anderen Gebäudeteilen der Badorfer Schule sowie in allen städtischen Schulgebäuden durchgeführt. Desweiteren wurden die Brühler Kinderärzte über die Messwerte informiert.

Bürgermeister Freytag kündigte eine weitere Informationsveranstaltung an. Diese soll nun am Freitag, 3. Februar 2017 um 17 Uhr wieder in der Mensa der Schule, Badorfer Str. 93, stattfinden. Dort wird dann über die Ergebnisse der neuen Messungen sowie über die ggf. erforderlichen Sanierungsmaßnahmen berichtet. "Ich bedaure, dass unsere sehr wohl überlegte Vorgehensweise in dieser hochsensiblen Angelegenheit die Elternschaft verunsichert hat," so Freytag, "das war keinesfalls beabsichtigt. Umso mehr freut es mich, dass wir nun kurzfristig einen akzeptablen Weg gefunden haben, die Eltern zu beruhigen. Dass diese Übergangslösung eine Kompromissbereitschaft aller Beteiligten erfordert, versteht sich von selbst. Hier bin ich in Anbetracht der Umstände allerdings zuversichtlich."

Alle bisher vorliegenden Informationen zu dem Thema sind auf der Homepage der Stadt Brühl www.bruehl.de auf der Eingangsseite veröffentlicht und werden dort auch laufend ergänzt. Wer sich persönlich informieren möchte, kann sich an die Leiterin des Fachbereichs Schule und Sport, Frau Marlene Weiskopf, Tel. 02232/79-3940, oder per Mail, wenden.



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