Bürgermeister und Stadtdirektoren
Seit dem 1. März 1996 gibt es in Brühl diese Doppelspitze nicht mehr.
Der Rat wählte Willi Mengel 1996 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt, nachdem Stadtdirektor Dr. Walter Leder sein Amt vorzeitig aufgegeben hatte.
Der erste von den Bürgerinnen und Bürgern frei gewählte hauptamliche Bürgermeister als Repräsentant und Verwaltungschef in Personalunion ist seit dem 1.Oktober 1999 Michael Kreuzberg (CDU).
Die ehrenamtlichen Bürgermeister der Stadt Brühl von 1945 bis 1996
Seit Anfang März 1945 war ein Ende des Krieges abzusehen, obwohl Brühl noch weiter bombardiert wurde. Viele Brühler flüchteten und auch ein Großteil des Verwaltungspersonals verließ die Stadt, um sich weisungsgemäß bei Dienststellen im rechtsrheinischen Gebiet zu melden und zur Verfügung zu stellen. Überliefert ist, dass auch der damalige Bürgermeister Peter Pick aus der Stadt flüchtete unter Mitnahme der Stadtkasse und der Lebensmittelkarten. Die Verwaltung war damit zum Erliegen gekommen.
Am 7. März 1945 wurde Brühl von den Amerikanern besetzt.
Bereits am gleichen Tag setzte der amerikanische Militärkommandant den geflohenen Bürgermeister Peter Pick ab.
07.03.1945 - 05.04.1945 Kaplan Wilhelm Leo Bodden
Der amerikanische Militärkommandant ernannte den katholischen Pfarrverwalter Kaplan Wilhelm Bodden am 7.März 1945 kommissarisch zum neuen Bürgermeister. Dieser versuchte, gemeinsam mit den wenigen städtischen Beamten und Angestellten, die entgegen der ausdrücklichen Weisung Brühl nicht verlassen hatten, notdürftig der dringendsten Probleme Herr zu werden.
Doch aufgrund der geringen Kompetenzen, die die Amerikaner Kaplan Bodden überließen, bat er schon bald, von seiner Funktion entbunden zu werden.
05.04.1945 - 03.06.1946 Martin Schmidt
So ernannten die Amerikaner bereits 4 Wochen später den im Jahre 1934 von den Nationalsozialisten seines Amtes enthobenen ehemaligen Bürgermeister von Nümbrecht, Martin Schmidt, zum Brühler Bürgermeister. Ihm zur Seite stand ein vierköpfiger Bürgerausschuss; doch über Kompetenzen verfügten sie nicht.
03.06.1946 - 26.09.1946 Paul Warmke
Für den Herbst 1946 wurden von der Militärregierung Wahlen für die kommunalen Körperschaften ausgeschrieben. Zugelassen waren nur die CDU, die SPD und die KPD. Die Engländer übertrugen ihr System der Wahlen im Bereich von Brühl weitgehend auf diese Wahl.
Paul Warmke (SPD)war der erste, vom Rat gewählte Bürgermeister der Stadt Brühl.
26.09.1946 - 07.01.1947 Joseph Hürten
Zitat aus der Niederschrift über die konstituierende Sitzung des ersten gewählten Rates der Stadt Brühl am 26.9.1946: "Da weitere Vorschläge nicht gemacht wurden, erklärte der Vorsitzende, Bürgermeister Warmke, dass Rektor Hürten zum Bürgermeister der Stadt gewählt sei... ."
13.01.1947 - 08.11.1948 Max Nagel
Nach wenigen Monaten musste Bürgermeister Hürten (CDU) jedoch sein Amt aufgeben, da die Besatzung verfügte, dass Lehrer kein politisches Mandat ausüben durften. An seine Stelle wurde am 13. Januar 1947 Max Nagel (CDU) gewählt.
08.11.1948 - 22.01.1950 Johann Stahl
Nach der Wahl am 17. Oktober 1948 blieb die CDU mit 8 Mandaten stärkste Partei; durch die 7 Mandate der SPD und das eine Mandat der KPD herrschte im Rat eine Pattsituation. So wurde der neue Bürgermeister durch Los bestimmt: Es war Johann Stahl (SPD).
22.01.1950 - 22.11.1956 Joseph Hürten
Aufgrund des Gesetzes zur Änderung und Ergänzung der revidierten deutschen Gemeindeordnung vom 21.11.1949 musste der Bürgermeister alljährlich durch den Rat gewählt werden.
Im Falle wiederholter Stimmengleichheit musste die Wahl des Bürgermeisters durch die wahlberechtigte Bevölkerung vorgenommen werden. Da im Brühler Stadtrat die am 6.12. und am 12.12 1949 stattgefundene Wahl des Bürgermeisters für die Kandidaten Josef Hürten und Johann Stahl die gleiche Stimmenzahl erbrachte, wurde die im Gesetz vorgesehene Urwahl nötig.
Diese Urwahl fand am 22.1.1950 statt. Dabei entfielen auf Josef Hürten 57,7 % der Stimmen. Er war somit neuer Bürgermeister von Brühl.
22.11.1956 - 17.11.1958 Martin Oswald
Bei den Kommunalwahlen 1956 errangen sowohl CDU als auch SPD jeweils 14 Mandate. Mit zwei Mandaten bildete die FDP das Zünglein an der Waage. Die FDP schlug vor, dass die beiden großen Parteien jeweils für die Hälfte der Legislaturperioden den Bürgermeister stellen sollten.
Martin Oswald (SPD) bekleidete das Amt des Bürgermeisters von 1956 bis 1958.
17.11.1958 - 29.03.1961 Joseph Hürten
Josef Hürten (CDU) übernahm das Amt für die zweite Hälfte der Periode von 1958 bis 1961.
29.03.1961 - 24.11.1969 Robert Ehl
Bei der Bürgermeisterwahl 1961 kandidierte Josef Hürten (CDU) nicht mehr, da er zum Landrat des Kreises Köln gewählt worden war. Zum neuen Bürgermeister wurde der Robert Ehl (CDU) gewählt.
Robert Ehl wurde in der Ratssitzung am 17. Oktober 1979 der Titel "Altbürgermeister" verliehen.
24.11.1969 - 17.10.1979 Wilbert Hans
In Brühl verlor 1969 die CDU ihre absolute Mehrheit (20 Sitze), während die SPD an Stimmen gewann (19 Sitze). Die FDP behielt 2 Sitze. SPD und FDP koalierten und wählten Wilbert Hans (SPD) zum neuen Bürgermeister.
1976 änderten sich die Konstellationen: Durch den Übertritt eines Sozialdemokraten (Gasper) zur CDU bekam diese die Mehrheit. Außerdem traten fünf SPD-Ratsherren (Neffgen, Pütz, Adler, Steiger, Paulsen) aus ihrer Partei aus und gründeten als Bürgervereinigung Brühl (bVb) eine eigene Fraktion und Wählergemeinschaft.
Wilbert Hans wurde der Titel "Altbürgermeister" am 9. März 2002 verliehen.
24.11.1979 - 07.11.1994 Wilhelm Schmitz
Die Kommunalwahlen 1979 bestätigten die neue politische Konstellation, die sich 1976 ergeben hatte: Die CDU blieb mit 21 Mandaten stärkste Partei, die SPD gewann 17 Sitze, die FDP 4. und die bVb erreichte auf Anhieb 4 Sitze. Mit den Stimmen der bVb wurde der CDU-Kandidat Wilhelm Schmitz neuer Bürgermeister der Stadt Brühl.
Nach einstimmigen Beschluss des Stadtrates am 12. Juli 2004 wurde Wilhelm Schmitz der Titel "Altbürgermeister" am 16. Oktober 2004 verliehen. In mehr als vier Jahrzehnten hat sich der CDU-Politiker für die Stadt Brühl eingesetzt.
07.11.1994 - 29.02.1996 Irene Westphal
Bei der Kommunalwahl 1994 scheiterte die FDP an der 5%-Hürde. Die CDU gewann 2 Sitze hinzu und war mit 19 Mitgliedern im Rat vertreten. Auch die Zusammenarbeit mit der bVb, die 2 Vertreter im Rat hatte, reichte nicht für die Mehrheit.
Die SPD gewann 20 Sitze und wählte mit Unterstützung der Grünen (4 Sitze) Irene Westphal (SPD) zur neuen Brühler Bürgermeisterin.
Damit bekleidete zum ersten Mal in der Brühler Geschichte eine Frau dieses Amt.
01.03.1946 - 22.11.1946 Martin Schmidt
Martin Schmidt war erster von der Militärregierung eingesetzter Bürgermeister und später erster Stadtdirektor der Stadt Brühl.
Wie gering die Kompetenzen von Rat und Verwaltung noch waren, zeigte sich am Schicksal von Stadtdirektor Martin Schmidt. Als er ein ehemaliges Mitglied der NSDAP einstellte, ohne die Beurteilung durch die Spruchkammer abzuwarten, wurde er von einem Militärgericht verurteilt und aus dem Dienst entlassen.
Erster hauptamlicher Bürgermeister
Der nordrhein-westfälische Landtag beschloss im Mai 1994, die Doppelspitze aus ehrenamtlichem Bürgermeister und hauptamtlichem Stadtdirektor abzuschaffen.
Spätestens 1999 sollte ein hauptamtlich fungierender Bürgermeister gleichzeitig die Funktion des Stadtdirektors als Leiter der Verwaltung wahrnehmen.
Durch den Rücktritt von Stadtdirektor Dr. Walter Leder ergab sich für Brühl diese Gelegenheit bereits 1996 und SPD und Grüne wählten den Fraktionsvorsitzenden der SPD, Willi Mengel, zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister in Brühl.

















