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Zensus 2011

Am 31. Mai 2013 haben die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder die ersten Ergebnisse des Zensus 2011 bekannt gegeben. Wichtigstes Ziel des Zensus 2011 war die Neufeststellung der Einwohnerzahlen für Bund, Länder und Kommunen. Darüber hinaus liefert der Zensus 2011 demografische Strukturdaten und umfassende Informationen zum Gebäude- und Wohnungsbestand.

Eine traditionelle Volkszählung inklusive einer Gebäude- und Wohnungszählung wurde in den alten Bundesländern zum letzten Mal 1987, in den neuen Bundesländern 1981 durchgeführt. Eine Gebäude- und Wohnungszählung fand nach der Wiedervereinigung nur in den neuen Bundesländern im Jahr 1995 statt. Im Ergebnis lag in 298 von 396 Städten und Gemeinden die beim Zensus 2011 ermittelte Einwohnerzahl unter der bislang veröffentlichten.

Am 9. Mai 2011, dem Zensusstichtag, lebten in Nordrhein-Westfalen 17 538 251 Menschen; das sind 297 018 Einwohner und damit 1,7 % weniger als bisher angenommen. In Brühl lebten am 9. Mai 2011, dem Zensusstichtag, 43.568 Menschen. Das sind rund 800 Einwohner weniger als bisher angenommen. Die Bevölkerungszahl weicht somit um 1,9 % von der bisherigen Zahl ab. Im Rhein-Erft-Kreis beträgt die Abweichung durchschnittlich 2,7 %; die Verluste in den einzelnen Kommunen liegen zwischen 0,2 % (Kerpen) und 6,6 % (Bedburg).

Brühl liegt hinsichtlich der Einwohnerzahl mit einer Abweichung von nur 1,9 % unter dem Erftkreis-Durchschnitt. Einzig auffallend, aber auch dem bundesweiten Trend entsprechend, sind die höheren Abweichungen im Bereich der Zahlen zum Ausländeranteil. Dies könnte daran liegen, dass sich immer mehr Menschen einbürgern lassen bzw. die deutsche Staatsangehörigkeit als Optionsstaatsangehörigkeit schon kurz nach der Geburt bekommen.

Bezüglich des Schulbereichs zeigen die für Brühl relevanten Altersklassen keine Abweichungen auf, die Korrekturbedarf auslösen könnten. Die neuen Zahlen werden in die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans einbezogen.

Für den Bereich Jugend und hier insbesondere die Belegung der Betreuungsplätze (Kitas, Pflegestellen, etc.) ist eine Auswirkung der aktuellen Zensuszahlen zu verneinen, da die tatsächlich erforderlichen Betreuungsplätze durch konkrete und zeitnahe Abfragen und entsprechende Absichtserklärungen / Anmeldungen der Eltern ermittelt werden.

Die Gebäude- und Wohnungszählung, die im Rahmen des Zensus 2011 durchgeführt wurde, liefert weitere Ergebnisse: So lag die Zahl der Wohnungen am Stichtag in Nordrhein-Westfalen bei 8.883.437 Wohnungen, die sich auf 3.902.264 Gebäude verteilten. Das sind über 1,7 Millionen Wohnungen (+23,8 Prozent) mehr als bei der letzten Volkszählung 1987.

Die Zahl der Gebäude mit Wohnraum stieg seit 1987 um fast 850.000 (+27,8 Prozent). Der Anteil der Wohnungen, die vom Eigentümer selbst bewohnt werden, liegt in Nordrhein-Westfalen bei 40,1 Prozent.

Eine wichtige Kennzahl ist auch die sog. Leerstandsquote. In Nordrhein-Westfalen standen im Mai 2011 rund 3,7 Prozent der Wohnungen leer. Dieser Wert ist niedriger als der Durchschnitt aller Bundesländer (Deutschland: 4,5 Prozent).

Die flächendeckend durchgeführte Gebäude- und Wohnungszählung war erforderlich, da es weder auf Landes- noch auf Bundesebene ein Register für Gebäude und Wohnungen gibt. Nur durch die Befragung aller Eigentümer/-innen konnte eine verlässliche Datenbasis zum Bestand der Wohnimmobilien und zur Wohnsituation der Menschen in Deutschland geschaffen werden. Die Ergebnisse dienen zudem als Grundlage für weitere Auswertungen, die z.B. die Frage beantworten werden, wie viel Wohnraum Familien mit Kindern zur Verfügung steht.

Der Brühler Stadtplanung dienen die vorgelegten Strukturdaten zu Bevölkerung und Gebäude und Wohnungen als Basisdaten zum Vergleich zwischen verschiedenen Städten und letztlich der Einschätzung der eigenen Situation vor Ort. Noch aussagekräftiger sind allerdings detaillierte Daten, die eine Gegenüberstellung der Situation in den verschiedenen Stadtteilen ermöglicht. Zu diesem Zweck wurde in den letzten Monaten in Abstimmung mit IT.NRW eine weitergehende Gliederung erstellt und bis auf Blockseitenebene herunter gebrochen. Dieser Schritt ermöglicht es, die Daten auch kleinräumig darzustellen und nutzen zu können.

Alle Zensus-Ergebnisse sind öffentlich und können für jede Kommune unter www.zensus.it.nrw.de detailliert eingesehen werden.

EU-Verordnung

Zensus-Logo 2011

Eine EU-Verordnung vom 9. Juli 2008 verpflichtet die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, dazu Daten anhand eines festgelegten Katalogs von Merkmalen im Jahr 2011 zu erheben. Damit werden die Ergebnisse EU-weit vergleichbar sein.

Das Gesetz zur Anordnung des Zensus 2011 sowie zur Änderung von Statistikgesetzen - wie das Gesetz in ganzer Länge heißt - legt fest, wie der Zensus 2011 von der amtlichen Statistik in Deutschland durchgeführt wird, welche Merkmale erhoben werden. Im Unterschied zu einer traditionellen Volkszählung wird beim registergestützten Zensus nicht mehr jeder Haushalt befragt, sondern es werden vor allem Verwaltungsregister zur Gewinnung der Daten genutzt.

Neben der Bundesregierung haben sich - vor dem Hintergrund der für die kommenden Jahre und Jahrzehnte anstehenden politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen - zahlreiche Politiker und andere Entscheidungsträger für einen neuen Zensus ausgesprochen.

Neue Bevölkerungszahlen sind notwendig

Deutschland benötigt einen neuen Zensus, denn die aktuellen Bevölkerungs- und Wohnungszahlen basieren auf Fortschreibungen der letzten Volkszählungen. Diese fanden in Deutschland zuletzt im früheren Bundesgebiet im Jahre 1987 und in der ehemaligen DDR 1981 statt.

Im Laufe der Jahre nehmen Ungenauigkeiten in der Fortschreibung und in den auf Volkszählungsdaten basierenden Stichproben zu. Aber auch historische Umbrüche, wie die Wiedervereinigung und die vielen Umzüge, insbesondere von Ost nach West, machen einen neuen Zensus notwendig. Die gegenwärtig von der amtlichen Statistik durch die Fortschreibung ermittelten Bevölkerungszahlen sind vermutlich deutlich überhöht. Um wie viel genau, wissen wir erst nach dem neuen Zensus.

Genaue Bevölkerungszahlen sind für eine Vielzahl von Bereichen von zentraler Bedeutung: Zum Beispiel werden der Finanzausgleich zwischen den Bundesländern und die Einteilung der Bundestagswahlkreise anhand der Einwohnerzahlen vorgenommen. Aber auch für die Planung neuer Schulen, Krankenhäuser und Einrichtungen für ältere Menschen muss man genau wissen, wie viele Menschen wo leben und wie alt sie sind.

Fehlen verlässliche Bevölkerungszahlen, kann es zu Fehlentscheidungen kommen. Die Ergebnisse eines Zensus nutzen uns allen.

Ein neues Verfahren: der registergestützte Zensus

Mit dem Zensus 2011 wird in Deutschland ein neues Verfahren eingeführt, das sich erheblich von einer traditionellen Volkszählung unterscheidet: Beim registergestützten Zensus werden hauptsächlich vorhandene Verwaltungsregister - vor allem Melderegister und Register der Bundesagentur für Arbeit - genutzt.

Informationen über die Gebäude und Wohnungen, die nicht flächendeckend durch die Verwaltung erfasst sind, werden daneben per Post bei den Gebäude- und Wohnungseigentümern erhoben. Andere Fragen, wie etwa zur Bildung und Ausbildung oder über die Erwerbstätigkeit, werden nur bei einem kleinen Teil der Einwohnerinnen und Einwohner in Form repräsentativer Stichproben erhoben.

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben das neue Verfahren des registergestützten Zensus in den Jahren 2001 bis 2003 erfolgreich getestet: Der Zensus 2011 wird zu zuverlässigen Ergebnissen führen und entlastet gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger von Auskunftspflichten; zugleich fallen deutlich geringere Kosten an, da nur ein Teil der Einwohner befragt wird.

1987 Volks-, Berufs-, Gebäude- und Wohnungszählung in der BRD

Nach den Volkszählungen von 1961 und 1970 sollte dem Zehnjahresturnus entsprechend bereits 1981 wieder gezählt werden. Aufgrund von Unklarheiten bezüglich der Kostenverteilung zwischen Bund und Ländern musste dieser Termin verschoben werden, so dass das 1982 verabschiedete Volkszählungsgesetz einen Termin für 1983 vorsah. Dieses Gesetz wurde vom Bundesverfassungsgericht jedoch in einigen Punkten als verfassungswidrig eingestuft und musste daher überarbeitet werden. Im Jahr 1987 konnte die Volks-, Berufs-, Arbeitsstätten-, Wohnungs- und Gebäudezählung in der BRD durchgeführt werden.

Die Volkszählung 1987 fand in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit. Diese reichte von sachlich geführten Diskussionen bis zu Boykottaufrufen. Neben der Frage nach dem prinzipiellen Sinn einer Volkszählung kam bereits damals die Forderung auf, die in den Verwaltungsregistern vorhandenen Daten zu verwenden. Dies kam zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der Zweifel an der Qualität der Melderegister und dem damals noch nicht ausreichenden Technikstand jedoch nicht in Frage. 1987 gab es daher eine traditionelle Erhebung durch Befragung. Jeder, der in Deutschland wohnhaft war, füllte alleine oder gemeinsam mit dem Interviewer einen Fragebogen aus und gab diesen dem Interviewer oder übermittelte ihn an eigens eingerichtete kommunale Erhebungsstellen.

Die Ergebnisse zeigten, dass bereits große Abweichungen im Verhältnis zu den Fortschreibungsergebnissen vorlagen. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden mussten teilweise stark korrigiert werden. Die Veränderungen in den Finanzzuweisungen der Länder und der Kommunen überstiegen die Milliardengrenze. Auch die Gebäude- und Wohnungszählung legte eine Schieflage zwischen Fortschreibung und der Realität offen: Der Unterschied betrug eine Million Wohnungen, die es bundesweit weniger gab als die Fortschreibung auswies.


Quelle für die hier gemachten Angaben/Texte: www.statistik-portal.de/Statistik-Portal/zensus/



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