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Joseph Fassbender

Der deutsche Maler und Grafiker Joseph Fassbender war ein Vertreter der abstrakten Malerei und gehörte seit den späten 40er bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts zu den einflussreichsten Künstlern für die Kunstszene des Rheinlands. Seine Ehefrau Anna Fassbender rief nach dem Tode des Künstlers eine private Stiftung ins Leben, um Künstlerinnen und Künstler zu würdigen, die herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Handzeichnung und Grafik vollbracht haben. Der Grafik-Preis wird im Sommer 2016 zum 26. Mal ausgeschrieben.

Joseph Fassbender - Leben und Werk

Joseph Fassbender
Joseph Fassbender vor dem Biennale-Pavillon in Venedig

Joseph Fassbender war ein Vertreter der abstrakten Malerei und gehörte seit den späten 40er bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts zu den einflussreichsten Künstlern für die Kunstszene des Rheinlands. Eigentlich sollte er die elterliche Konditorei übernehmen, studierte aber in den 1920er Jahren Malerei bei Richard Seewald an den Kölner Werkschulen.

 

1947 gründet Fassbender auf Schloss Alfter in der Nähe von Bornheim zusammen mit den Malern Hann Trier, Hubert Berke und anderen die sogenannte "Donnerstagsgesellschaft", die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das kulturelle Geschehen im Rheinland nach dem Ende der nationalsozialistischen Unterdrückung wieder zu beleben.

 

Neben der Malerei gelten seine graphische Arbeit und die Plakat- und Buchgestaltungen sowie die Signet-Entwürfe als bemerkenswert.

 

1929 erhielt er den Villa-Romana-Preis. Er beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen und errang internationale Anerkennung und Bedeutung.

1955 nahm er an der 1. Documenta in Kassel teil und erhielt den großen Kunstpreis der Stadt Köln.

1958 wurde er zum Professor und Leiter der staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf berufen und unterrichtete dort die Mal- und Zeichenklasse.

1964 erhielt der Künstler das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und den Preis der 32. Biennale in Venedig.

1974 starb Joseph Fassbender am 5.1. in Köln.

Der Joseph und Anna Fassbender-Preis

Joseph Fassbender‚ Studie zu Memorial II‘, 1969
Großbildansicht Bild: Joseph Fassbender' Studie zu Memorial II', 1969

Der Preis ist eine private Stiftung von Anna Fassbender, mit deren Verwaltung die Stadt Brühl beauftragt ist. Die Bewerber/innen sollen Grafiker/innen und Handzeichner/innen sein; eine Altersgrenze ist nicht gegeben. Der Preis wird im Sommer 2016 zum 26. Mal ausgeschrieben.

Die Preisträgerin / der Preisträger erhält jeweils die Möglichkeit, ihre / seine Werke zwei Wochen in der Rathausgalerie, Uhlstraße 2, auszustellen.

Der Jury gehören Kunsthistoriker/innen, Künstler, ein/e Vertreter / Vertreterin der Einwohnerschaft der Stadt Brühl, der Vorsitzende der Max-Ernst-Gesellschaft e.V. und als Vertreter der Stadt Brühl der Bürgermeister an.

Auskunft:
Stadt Brühl - Der Bürgermeister
Fachbereich Kultur
Rathaus, 50319 Brühl
Telefonische Auskunft unter Tel. 02232 79-2670

Die Preisträger 2016

Preisträger Adrian Mudder (2016) - Bild aus der Serie "nomadische Notizen"
Großbildansicht Preisträger Adrian Mudder (2016) - Bild aus der Serie "nomadische Notizen"

Der in Leipzig lebende Künstler Adrian Mudder, Jahrgang 1986, erhielt das mit 1.500 € dotierte Preisgeld des seit 1990 ausgeschriebenen Joseph und Anna Fassbender-Preises der Stadt Brühl.

Adrian Mudder absolvierte ein Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, an der er 2013 seinen Abschluss machte. Seit 2014 ist er Meisterschüler bei Olav Christopher Jenssen (Professor HBK Braunschweig).

Der 1986 in Delmenhorst geborene Künstler ist der 26. Preisträger seit Gründung des Fassbender-Preises im Jahr 1990. Er lebt und arbeitet in Leipzig. Die Jury sah in seinen Zeichnungen der Serie "nomadische Notizen" eine überaus eigenständige Haltung und Sichtweise. Seine besondere Materialästhetik und seine eigenwillige Bildsprache zeigen den Künstler als humorvoll, subversiv und frei. (Jurybegründung)

Preisträger/-innen der Vorjahre

1990 Matthias Beckmann, Düsseldorf

1991 Daniel Hees, Köln

1992 Ulrich Fürneisen, Düsseldorf

1993 Fritz Koch, Hamburg

1994 Diana Ramaekers, Maastricht

1995 Klaus Dauven, Kreuzau-Drove

1996 Reinhard G. Puch, Swisttal-Ollheim

1997 Peter Paul Berg, Münster

1998 Monika Bartholomé, Köln

1999 Wiebke Bartsch, Münster

2000 Iris Häussler, München

2001 Susanne Ristow, Düsseldorf

2002 Georg Meissner, Dortmund

2003 Saskia Niehaus, Köln

2004 Der Preis wurde nicht vergeben

2005 Thomas Böing, Köln

2006 Jutta Reuscher, Bonn

2007 Doris Tsangaris, Haan-Gruiten

2008 Dorrit Nebe, Köln

2009 Katrin Seithel, Bremen

2010 Heiner Blumenthal, Köln

2011 Christian Stefanovici, Köln

2012 Philip Emde, Köln

2013 Bernd Ikemann, Köln

2014 Prof. Harald Fuchs, Köln

2015 Akane Kimbara, Berlin

2016 Adrian Mudder, Leipzig



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