Ehrenamt stärken und fördern
- Das Ehrenamt in Brühl
- Für das Ehrenamt werben
- Das Ehrenamt würdigen
- Lokale Agenda und Ehrenamt
- Die AG Brühler Kultur
- Der AK Natur und Umwelt
- Der Brühler Waldkindergarten
- Die Aktion "Kindgerechte Gastronomie"
- Brühler Sportlerinnen und Sportler
- Die Brühler Karnevalsvereine
- Die Agenda-Truppe
- Der Förderverein Brühler Städtefreundschaften
Stadtrat und Verwaltung kommt in Brühl die Aufgabe zu, ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen, zu unterstützen und durch eine Kultur der Anerkennung und der Wertschätzung zu würdigen. Dieses gilt gleichermaßen für Sportvereine, deren Arbeit u.a. durch die Bereitstellung von Sportstätten und durch Sportfördermittel unterstützt wird, für kulturtragende Vereine, denen Fördermittel oder Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden und für Vereine der Brauchtumspflege, die auf unterschiedliche Weise finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit erhalten. Auch die Agenda-Arbeit wird mit einer eigenen Anlaufstelle im Rathaus, dem AgendaBüro, und mit Haushaltsmitteln unterstützt.
Das Ehrenamt in Brühl
Ehrenamtliche Arbeit genießt auch in Brühl einen hohen Stellenwert. Allein im Sport bieten 56 Vereine die unterschiedlichsten Programme für Kinder und Jugendliche, Senioren und Familien an. 28 Jugendvereine und -verbände, 22 Chöre, 20 Karnevalsvereine, Schützen und Brauchtumsvereine, Parteien und Dorfgemeinschaften und viele mehr leisten ihren Beitrag zum Zusammenhalt der Menschen in der Stadt. Kirchengemeinden organisieren für Jugendliche Freizeitgestaltung, Initiativen bieten ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Hilfe im Alltag und Sprachunterricht an und BrühlerInnen mit ausländischem Pass engagieren sich in unseren Vereinen. Insbesondere im Sozialbereich trägt das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger erheblich zur Wirtschaftlichkeit von kommunaler Steuerung bei. Die Verwaltungen unserer Städte und Gemeinden hingegen müssen mit immer begrenzteren Mitteln und immer weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf gesellschaftliche (wirtschaftliche und soziale) Veränderungen reagieren.
Hier ist die Einbeziehung der BürgerInnen wichtig. Ihr persönliches Engagement ist unverzichtbar, und ihre Erwartungen und ihre Kritik an Verwaltungshandeln können als Moment des Qualitätsmanagements z.B. bei der Optimierung der Öffnungszeiten der Bürgerberatung eingesetzt werden.
Für das Ehrenamt werben
Die Stadt Brühl veranstaltet jährlich den "Agenda-Markt der Möglichkeiten". 1997 zunächst als Solar- und Regenwassermarkt gestartet, wurde anfangs das Ziel verfolgt, das Interesse der Bürgerinnen und Bürger mit eigenem Haus auf die Möglichkeiten des technischen Umweltschutzes zu lenken. Heute begrenzen volle Auftragsbücher der Fachfirmen vielfach das Interesse an einer Teilnahme. Daher ist der Solar- und Regenwassermarkt in den "Agenda-Markt der Möglichkeiten" integriert, der den neuen Schwerpunkt "Gerechtigkeit in Einer Welt" setzt und mit nachahmenswerten Beispielen zum Mitmachen in der Lokalen Agenda einlädt.
Mit dem Markt bietet die Stadt Brühl Vereinen und Schulen, Kirchengemeinden und Eine-Welt-Gruppen, Verkehrsunternehmen, Solarfirmen und den Stadtwerken die Möglichkeit, sich mit ihren Aktivitäten für eine zukunftsfähige Entwicklung der Stadt öffentlich zu präsentieren. Die ehrenamtlich Aktiven in der Lokalen Agenda Brühl stellen sich mit ihren Projekten und ihrem Engagement vor und können neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter anwerben. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten Informationen über Initiativen, Vereine und Projekte und erfahren, in welche Vereine und Arbeitskreise sie sich einbringen können.
In den Jahren 2002 und 2003 haben neben Solar- und Regenwasser-Firmen die Stadtwerke, die Verbraucherzentrale und der Rhein-Erft-Kreis mit dem Naturpark Rheinland teilgenommen. Neun Vereine stellten das hohe ehrenamtliche Engagement der Brühler Bürgerschaft für die Lokale Agenda vor. Auch die Brühler Schulen brachten sich ein, die Gesamtschule mit ihrem Projekt "Gesunde Schule" , das Max-Ernst-Gymnasium mit der Freiraumplanung Brühl-Ost, und die Clemens-August-Hauptschule zeigte in Theaterstücken das bittere Schicksal von Kinderarbeit und Kinderjockeys.
Das Ehrenamt würdigen
Bürgerschaftliches Engagement verdient Bestätigung und Wertschätzung durch Rat und Verwaltung. Daher lobt die Stadt zweijährig einen Agenda-Preis aus. Im Jahr 1978 wurde der Umweltschutzpreis der Stadt Brühl eingerichtet und seitdem zweijährlich verliehen. Im Jahr 2000 erhielt der Umweltschutzpreis den Schwerpunkt Lokale Agen-da und den Titel "Agenda-Preis". Alle, die in der Lokalen Agenda 21 aktiv sind, werden nun zur Bewerbung und Teilnahme eingeladen.
Bis 2002 wurden insgesamt 76 Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet. Unter ihnen finden sich neben dem Naturschutzbund und dem Kinderschutzbund Eine-Welt-Gruppen und die Aktion "Lasst Bäume in den Himmel wachsen". Auch die Initiatoren des Jugendgemeinderates, der Karnevalsverein Brühl West für seine Unterstützung der Aktion "Faire Kamelle" , Brühler Schulen und viele private Akteure wurden vom Bürgermeister für ihr Engagement geehrt.
Lokale Agenda und Ehrenamt
Auch die AgendaArbeit lebt durch das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger. Diese opfern Freizeit und Mußestunden, um sich z.B. für soziale Fragen und für internationale Partnerschaften, für die Kultur, für mehr Umwelt und Naturschutz in der Stadt und für den Waldkindergarten einzusetzen. Beispielhaft für eine Vielzahl von Erfolgsprojekten der ehrenamtlichen AgendaArbeit stehen:
Die AG Brühler Kultur
In ihr arbeiten die unterschiedlichen kulturtragenden Vereine zusammen, vom ZoomKino bis zum Oratorienchor, von KinderkulturGruppen wie den Ringelstrümpfen bis zum Kleinen Theater. Ziel ist die verstärkte Zusammenarbeit z.B. zur Terminkoordination ihrer Veranstaltungen und zur gegenseitigen Unterstützung bei Projekten. Wichtig ist der AG auch die Entwicklung gemeinsamer Positionen zur Brühler Kulturpolitik und zum MaxErnstMuseum. Zudem hat die AG Brühler Kultur eine eigene Kulturveranstaltung, das "Brühler KaffeeFestival" initiiert.
Der AK Natur und Umwelt
Er unterstützt eine Vielzahl konkreter Umweltschutzprojekte und realisiert eigene Vorhaben. Dazu zählen das Engagement für das Projekt "Waldkindergarten für Brühl", die Aktion "Baumpatenschaften", eine Werbekampagne für Regionale Vermarktung und die Teilnahme am AgendaMarkt. In dem Arbeitskreis arbeiten Vertreterinnen und Vertreter des Naturschutzbundes, der Verbraucherzentrale und des Kinderschutzbundes mit Mitgliedern des Umweltausschuss, des Kreises und umweltaktiven Bürgerinnen und Bürgern zusammen.
Der Brühler Waldkindergarten
Im September 2002 haben engagierte Eltern den Verein "Waldkindergarten Brühl e.V." gegründet. Bis heute zählt er fast 50 Mitglieder. Die Eltern wissen um den Wert der Walderfahrungen für ihre Kinder und wünschen sich einen Waldkindergartenplatz, da sie positive Wirkungen für die motorische und sensorische Entwicklung und für die Gesundheit ihrer Kinder erwarten. Hinzu kommt das intensive Erleben der Jahreszeiten, eine wichtige Voraussetzung für ein naturverbundenes Leben. Der Verein bietet für die Mitglieder ElternKindWaldspielgruppen an, die sich einmal wöchentlich unter Anleitung im Wald treffen.
Die Aktion "Kindgerechte Gastronomie"
In dem Arbeitskreis "Kindgerechte Stadt" der Lokalen Agenda Brühl engagieren sich der Kinderschutzbund, die Verbraucherzentrale und Bürgerinnen mit dem AgendaBüro gemeinsam für eine kindgerechte, kinderfreundliche Stadt. Befragungen von Eltern zeigten besonders Handlungsbedarf im gastronomischen Bereich. Daher hat der Arbeitskreis mit Hilfe eines Fragebogens mehr als 70 Gastronomiebetriebe speziell nach ihren Angeboten für Kinder befragt. 21 Betriebe beteiligten sich an der Befragung und 13 Betriebe haben großes Interesse an Ideen und Anregungen für eine kindgerechte Lokalität bekundet. Der Arbeitskreis "Kindgerechte Stadt" unterbreitete allen interessierten Brühler GastronomieBetrieben Umsetzungsvorschläge.
Brühler Sportlerinnen und Sportler
Sie haben im Juli 2001 an einem NRWweiten Staffellauf teilgenommen und dadurch ein Zeichen für Klimaschutz gesetzt. Als Läuferinnen und Läufer trugen sie eine Urkunde in einem hölzernen Stab aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung von Köln bis Bornheim. Mit diesem Lauf forderten NRWweit 31 Städte und der Rhein-Erft-Kreis die 2001 in Bonn tagende Klimakonferenz auf, wirksame Instrumente für den Klimaschutz zu schaffen.
Die Brühler Karnevalsvereine
Sie sind bereit, mit Engagement und privaten Geldmitteln die Aktion "Jecke Fairsuchung" zu unterstützen. Sie wollen sich freuen, feiern und dabei Gutes tun. Deshalb verteilen sie Schokolade, Nüsse und kandierte Früchte aus Fairem Handel. "Faire Kamelle" ist bereits zu einem festen Begriff im Rheinischen Karneval geworden. 2 Tonnen hiervon wurden 2003 im gesamten Rheinland verteilt. Zu den engagierten Förderern zählt das Brühler Dreigestirn 2003, Prinz Walter II (Nürnberg), Bauer Robert (Schneider), Jungfrau Udoline (Udo Egger) und sie befinden sich in prominenter Gesellschaft. In Köln unterstützen die "Tatortkommissare" Stefan J. Behrendt und Dietmar Bär das Projekt.
Die Agenda-Truppe
Eine Gruppe aus verschiedenen Arbeitskreisen, aus dem Kinderschutzbund, aus der Verbraucherzentrale und dem Verein Waldkindergarten hat eine Werbekampagne für Faire Kamelle gestartet und unter dem Motto "Mir han de Zukunft em Sack" am "Närrischen Elias" teilgenommen. 60 Personen gingen "kostümiert als " Fair gehandelter Kaffee" , als BaumpatInnen und Waldwichtel - im Umzug mit und verteilten nur, und wirklich nur fair gehandelte Kamelle, Schokola de, Nüsse und Früchte, die selbstverständlich aus der eigenen Tasche bezahlt wurden.
Der Förderverein Brühler Städtefreundschaften
Aus der Zukunftskonferenz erwachsen und im Oktober 2002 gegründet hat der Verein heute über 100 Mitglieder und eigenverantwortliche Arbeitskreise für die verschiedenen Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften. Der Förderverein hat sich viel vorgenommen. Er will mit Öffentlichkeitsarbeit für die Städtepartnerschaft werben, neue Ideen und Projekte für Partnerschaften und Freundschaften entwickeln und die ortsansässigen Vereine und Gruppen bei partnerschaftlichen Begegnungen unterstützen. In Zeiten knapper werdender Mittel will der Verein durch ehrenamtliches Engagement und die Erschließung neuer finanzieller Ressourcen die bestehenden Partnerschaften und Freundschaften stärken und langfristig sichern. (Kontakt: Charlotte Hermann, Tel.: 02232/79-2460).



