Eine Welt
Fair gehandelt heißt : Gerechter Lohn für harte Arbeit
Niedrige Kaffee-Preise freuen viele Käuferinnen und Käufer und werden als Sonderangebote gerne mitgenommen. Für die Kaffee anbauende Landbevölkerung bedeuten die Tiefstpreise bitterste Armut. In 2002 hatten die Preise für Rohkaffee einen Rekordtiefpreis erreicht und lagen so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr. 1999 verdiente ein Landarbeiter in Nicaragua während der Ernte 85 Euro, in 2002 blieb der Lohn für viele gänzlich aus. Denn der Verkauf der Kaffeebohnen bringt oftmals nicht einmal mehr die Kosten für Pflegearbeiten auf den Plantagen und die Ernte ein. Das Ergebnis ist eine völlig verarmte Landbevölkerung und unterernährte und hungerkranke Kinder. Fairer Handel bedeutet, dass die Kaffee produzierenden Bauern in Brasilien, Nicaragua, Äthiopien, Kenia und Tansania eine angemessene Entlohnung für ihre Arbeit und für ihre Produkte erhalten, die ihnen eine menschenwürdige Existenzgrundlage sichert.
Brühl steht für Fairen Handel
Was für Kaffee gilt, gilt auch für viele andere Produkte, so für exotische Blumen und Früchte, für Zuckerprodukte, für die Fertigung von Körben, Schmuck, Teppichen, Schuhen und Kleidung ohne Kinderarbeit. Zahlen wir einen fairen Preis für ein gutes Produkt, haben die Familien ein Auskommen, der beste Schutz der Kinder vor Kinderarbeit und unabdingbare Voraussetzung für deren Schulausbildung. Aus diesem Grund unterstützen das Agenda-Büro, verschiedene Brühler Gruppen, Vereine und Kirchengemeinden durch eigenen Verkauf den Fairen Handel. Auch Rat und Verwaltung der Stadt Brühl machen mit.
Unterstützung findet der Faire Handel in Brühl durch den Agenda-Markt der Möglichkeiten, auf dem sich die ehrenamtlichen "Fairen HändlerInnen" mit den von ihnen vertriebenen Produkten vorstellen und Fair gehandelte Waren verkaufen können. Der Rat würdigt die Arbeit der EineWelt-Gruppen, indem er auch Projekte des Fairen Handels mit dem Agenda-Preis auszeichnet.
Brühl-Café
Der Brühl-Café ein Projekt des Agenda-Büros
In vielen Agendaaktiven Städten gehört der Städtekaffee heute zu den "Standard-Projekten" . Ruhrgebietsstädte haben es vorgemacht und die Aktion "Der Pott kocht fair" gestartet. Dabei wird ein Fair gehandelter und biologisch angebauter Kaffee unter dem Namen der jeweiligen Stadt auf den Markt gebracht. Die "Rheinische Affaire" bringt einen neuen Kaffee ins Rheinland. Bisher beteiligen sich 7 Städte (Köln, Leverkusen, Bonn, Brühl, Hürth, Neuwied und Neuss) und die Regionen Mittelrhein, Westerwald und Vorgebirge.
Ziel des Projektes ist es, durch die Steigerung des Verbrauchs von Fair gehandeltem Kaffee die verarmten Länder des Südens zu unterstützen und über Produktionsbedingungen und wechselseitige Abhängigkeiten zu informieren. Die Stadt Brühl übernimmt mit dem Projekt "Brühl Café" Vorbildfunktion und leistet selbst einen Beitrag zu globaler Verantwortung und Solidarität. Der Brühl Café hat ungewöhnliche Partner zusammengebracht. Gemeinsam sponsern das Phantasialand, der Kinderschutzbund, die Werbe- und Park-Gemeinschaft (WEPAG) Brühl, das Tanzstudio Breuer und die Stadtwerke Brühl GmbH. Das Ziel, 1 Tonne Brühl Café pro Jahr zu verkaufen, wurde in 2002 erreicht, und der Kaffee wird heute in 16 Verkaufsstellen vertrieben.
Unterstützt wurde der Brühl Café in 2002 durch das Faire Weihnachtspräsent des Bürgermeisters. Auf der Weihnachtsfeier erhielt jede Mitarbeiterin und jeder Mitabeiter ein Paket Brühl Café mit einer passenden Tasse. Damit wirbt der Bürgermeister bei den Beschäftigten für die Unterstützung des Fairen Handels.
Faire Kamelle
Bröhler Jecke sin helle un schmieße och Faire Kamelle
Sich freuen, feiern und Gutes tun, die Jecke Fairsuchung zeigt, wie das geht. In 2002 hat sich die Stadt Brühl in das Projekt eingeklinkt. Träger der Kampagne sind der AgendaVerein Köln e.V., das Nord-Süd-Forum, der Weltladen Bonn, das Gepa Fairhandelshaus, El Puente, Erzeugerländer und die Stadt Brühl. Finanziert wird das Projekt durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung. Prominente Förderer sind die "Tatortkommissare" Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär, der TV-Moderator Jean Pütz, das Brühler Dreigestirn Prinz Walter II (Nürnberg), Bauer Robert (Schneider), Jungfrau Udoline (Udo Egger) und in der Landesregierung Ministerpräsident Peer Steinbrück, Michael Vesper und Bärbel Höhn.
In Brühl als örtliches Projekt in der Session 2002 begonnen, wurde es in 2003 von einer Agenda-Truppe im "Närrischen Elias" unterstützt. Die Kampagne hatte sich für 2003 das Ziel gesetzt, 10 Tonnen im gesamten Rheinland zu verteilen, 2 Tonnen wurden es im Ergebnis. Denn vielen Vereinen sind die Fairen Kamellen zu teuer. Die Kampagne wird fortgesetzt.
Mehr Gerechtigkeit in dieser Einen Welt
Damit alle Aktiven die gleichen Chancen haben, die Förderungen für ihre Arbeit zu nutzen, hier ein Überblick für die Praxis mit den wichtigsten Förderprogrammen nachzulesen unter folgenden Links:
- eine-welt-netz-nrw.de
NRW - Förderprogramme für die Eine Welt Arbeit. Aus NRW für NRW.
- www.inwent.org
Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
- www.inwent.org
Entwicklungspolitische Förderprogramme



