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Mädchen planen Stadt

Bei dem Beschluss über Bebauungspläne wird automatisch gefragt: "Gibt es einen Spielplatz für Kinder, gibt es einen Bolzplatz?" Politik und Verwaltung planen nicht nur in Neubaugebieten Flächen für Kinder und Jugendliche ein, sie sind durchaus bereit, diese selbst bei Planungen zu beteiligen. Allerdings wird häufig übersehen, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Blickwinkel, Erfahrungen und Interessenslagen mitbringen können.

Die Projektidee
Der Thüringer Platz in Brühl-Vochem, in den 70er Jahren relativ großflächig gebaut, weist die charakteristischen Merkmale dieser Zeit auf. Er ist umgeben von eingeschossigen Ladenlokalen mit Flachdächern und von Wohnblocks des sozialen Wohnungsbaus. Nach Geschäftsschluss ist der Platz verödet, wirkt grau und trist. Für männliche Jugendliche ist er besonders in den Abendstunden ein beliebter Treffpunkt.

Die Gelbe Karte für die Stadtplaner
Die Mädchen bilanzierten viele Kritikpunkte. Der Platz wird beherrscht von ausladenden Bäumen, die den Platz verdunkeln. Bänke stehen im Dauerschatten. Es mangelt an Sauberkeit und Farbigkeit, Fahrräder liegen umgestürzt neben den Fahrradständern und Müllsäcke fliegen herum.

Was Mädchen sich wünschen
Ein Bekleidungsgeschäft am Thüringer Platz steht auf der Wunschliste der Mädchen oben an. Es folgt der Wunsch, dass weniger Bäume den Platz beschatten. Die Bänke sollen dort stehen, wo Sonne hinkommt. Beschädigte Möblierung soll repariert und der Platz mit Farbe gestaltet werden. Und natürlich gehören Blumebeete auf den Platz.

Brühl leistet einen eigenständigen Beitrag zur Waldvermehrung. Auf Flächen an der Luxemburgerstraße werden landschaftspflegerische Maßnahmen durchgeführt, die bei Eingriffen in die Natur (Bebauung, Gewerbeansiedlung etc.) den gesetzlichen Ausgleich schaffen. Die Aufforstung wurde 1995 begonnen. 15 Hektar wurden mit Landesmitteln erworben und sind bereits bepflanzt, weitere 10 Hektar stehen für eine Aufforstung mit einheimischen Laubgehölzen wie Rotbuche, Esche, Erle an. Der Waldrand wird strukturreich gestaltet, und innerhalb der Anpflanzung sollen kleine Lichtungen entstehen. Die Pflanzarbeiten werden durch die Betriebe der Forstverwaltung durchgeführt.

Die Aufforstungsflächen leisten einen wertvollen Beitrag zum Biotop und Artenschutz und zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Darüber hinaus bindet der Wald das Klimagas CO2, er schützt Wohnquartiere gegen Lärm, Staub und Gase, und er bietet den Menschen Erholung für Körper und Seele.





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