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Kein neues Servicecenter

Der Brühler Stadtrat hat im Juni 2011 beschlossen, den Anbauteil am denkmalgeschützten Rathaus Steinweg abzureißen. Der Anbau sollte durch einen modernen - nach neuestem energetischen Standard und barrierefrei errichteten - Neubau ersetzt werden.

Nach einer in Teilen unsachlichen Kampange gegen die zukunftsweisenden Pläne, fehlt nach Meinung des Brühler Bürgermeisters die Basis für ein objektives Betrachten von Für und Wider und das gemeinsame Erarbeiten einer optimalen Lösung.

Mit dem neuen Anbau sollte gleichzeitig bei den Planungen der Janshof berücksichtigt werden.

In dem Neubau wollte der Rat bürgernahe Dienstleistungen bündeln. Unter einem Dach sollten die heutige Bürgerberatung, die Stadtbücherei, das Kundencenter der Stadtwerke und der Gebausie sowie das brühl-info gemeinsam bürgerfreundlich ihre Leistungen anbieten.

Der Rat beauftragte den Bürgermeister außerdem einen multifunktionalen Sitzungsraum einzuplanen.

In einem ersten Schritt wurde ein Raumbedarfsplan für die gesamte Verwaltung sowie ein Raumkonzept für den Neubau erarbeitet.

Wichtig war es dem Rat, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt möglichst frühzeitig zu beteiligen und über den Planungsfortschritt zu informieren.

Das Projekt trug den Arbeitstitel "Service-Center". Mit einem Wettbewerb wollte der Rat die Bürgeschaft bei der Namensfindung einbinden.

Sanierung oder Abriss und Neubau

Blick auf den Rathausanbau aus den 1960er Jahren am Steinweg ohne Aufzug
Großbildansicht Blick auf den Rathausanbau aus den 1960er Jahren am Steinweg ohne Aufzug

Seit vielen Jahren diskutieren Rat und Stadtverwaltung immer wieder über die Unzulänglichkeiten des Anbaus des Rathauses im Steinweg. Das Gebäude aus dem Jahre 1964 ist nicht behindertengerecht und in die Jahre gekommen. Auch mit einem neuen Aufzug wäre nur die Hälfte der Räume barrierefrei erreichbar.

Wird ein Aufzug gebaut, verliert die Baugenehmigung aus den 1960er Jahren ihren Bestandsschutz. Das hätte zur Folge, dass in erheblichem Umfang Maßnahmen zum Brandschutz getroffen werden müssten. Gleichzeitig wären zur Substanzerhaltung Sanierungsarbeiten fällig, die man bisher aufgeschoben hat.

Der denkmalgeschützte alte Teil mit Turm profitiert von einem neuen Anbau, bleibt in sich aber geschützt und unberührt. Ein Neubauteil soll sich im Einklang mit dem Denkmalschutz so an den Altbau anschließen, dass die Etagen der historischen "Amtsstube" zukünftig barrierefrei auch mit Rollstuhl und Kinderwagen erreichbar sind - eine deutliche Verbesserung zum Status quo.

Vor- und Nachteile abwägen

Blick auf den Rathausanbau aus den 1960er Jahren am Steinweg ohne Aufzug
Großbildansicht Blick auf den Rathausanbau aus den 1960er Jahren am Steinweg ohne Aufzug

Bei der Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile einer Sanierung und einem Abriss und Neubau spielt die zukünftige Nutzung eine entscheidende Rolle.

Während nach einer Sanierung die Nutzung der Räume weitestgehend gleich bleiben würde, war es Ziel des Rates, mit einem Neubauprojekt viele wichtige Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger an einem Ort gleichzeitig anzubieten. Mit dieser zentralen Anlaufstelle in der Stadt sollte die Bürgerfreundlichkeit in Brühl deutlich gesteigert werden.

Ob Personalausweis, Führerscheinantrag, Kartenvorverkauf, Anträge oder Fragen zur Strom-, Wasser- oder Gasversorgung der Stadtwerke, Dienstleistungen der Gebausie oder Bücher- und Medienausleihe, alles wäre unter einem Dach und zu kundenfreundlichen Öffnungszeiten zu erreichen.

Bildungsauftrag Bücherei

Ein weiteres Argument lieferte die heutige Situation der Bücherei: Schon lange sucht die Stadt nach einer Lösung für die städtische Bibliothek, die heute in der Carl-Schurz-Straße in zwei voneinander getrennten Ladenlokalen untergebracht ist. In einer Wohnung darüber befindet sich die Büchereiverwaltung. Die Stadt zahlt heute Miete für diese Räume und muss aufgrund der Raumtrennung von Kinder- und Erwachsenenbücherei während der Öffnungszeiten zweifach Personal einsetzen.

Die Gesamtsituation heute wird modernen Anforderungen nicht mehr gerecht und eine Alternativlösung konnte über Jahre nicht gefunden werden. Ein Vergleich der Stadtbibliotheken im Rhein-Erft-Kreis hat zudem gezeigt, dass die Brühler Stadtbücherei eine der kleinsten Publikumsflächen vorhält.

Ein neuer Anbau würde hier besten Chancen bieten, Bücher und neue Medien zeitgemäß zu präsentieren. Die Stadtbücherei würde damit deutlich besser in der Lage sein, ihren Bildungsauftrag zu erfüllen.

Neben dem Einspareffekt bei Miete und Personal war die Bereicherung der Brühler Bildungslandschaft ein wichtiges Kriterium, das für den Neubau sprach.

Stadtbücherei in der Carl-Schurz-Straße
Großbildansicht Stadtbücherei in der Carl-Schurz-Straße

Neuer weitreichender Servicegedanke

In Brühl wollte man einen völlig neuen Servicegedanken aufgreifen. Das Konzept sah vor, neben der Kerndienststelle der jetzigen Bürgerberatung das Servicecenter der Stadtwerke sowie das der Gebausie an einem Ort unterzubringen. Das Vorhaben, auch die Verbraucherzentrale aufzunehmen, scheiterte an den Anforderungen an das Raumprogramm. Zudem sollte das brühl-info als Servicedienststelle, Kartenvorverkaufsstelle und Tourismusbüro integriert werden.

Hinter dieser Bündelung von Beteiligten und Aufgaben stand der Gedanke, die Dienstleistungen nicht nur unter einem Dach, sondern im Idealfall auch aus einer Hand zu erbringen.

Janshof soll berücksichtigt werden

Stadtplanerisch hatte der Rat eine weitere Weiche gestellt, denn bei den Planungen des neuen Anbaus sollte auch der Janshof berücksichtigt werden.

Interview Brühler Schlossbote

In einem Interview mit dem Brühler Schlossboten erläuterte Bürgermeister Michael Kreuzberg die Rahmenbedingungen und Vorteile des Projektes.

Interview Bürgermeister Michael Kreuzberg im Brühler Schlossboten am 06.07.2011
Großbildansicht Interview Bürgermeister Michael Kreuzberg im Brühler Schlossboten am 06.07.2011

Verwaltungsgericht gibt der Stadt Recht
Bürgerinitiative zieht Klage zurück

Das Verwaltungsgericht Köln hat den Brühler Stadtrat und Bürgermeister Michael Kreuzberg in ihrer Rechtsauffassung und in ihrem Handeln bestätigt. Die Bürgerinitiative zog daraufhin ihre Klage wegen Erfolglosigkeit zurück.

Dem Rat wird Kreuzberg dennoch vorschlagen, von einem Neubau abzusehen. Er sieht eine Verunsicherung in der Bürgerschaft und verhärtete Fronten, die ein objektives Betrachten von Für und Wider und das gemeinsame Erarbeiten einer optimalen Lösung zum Wohle unserer Stadt nicht mehr möglich machen.





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