Lärm an Schienenwegen

Haupteisenbahnstrecken
Seit dem 1. Januar 2015 ist gemäß § 47e Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in den Nicht-Ballungsräumen auch zuständig für die Aufstellung eines bundesweiten Lärmaktionsplans für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes mit Maßnahmen in Bundeshoheit.

Lärmkarten
Das Eisenbahn-Bundesamt ist dafür zuständig, Lärmkarten für Schienenwege von Eisenbahnen des Bundes auszuarbeiten. Das bedeutet, dass der Zugverkehr auf der Infrastruktur der Deutschen Bahn AG erfasst wird, unabhängig davon, wem die darauf verkehrenden Fahrzeuge gehören. Zugbewegungen auf Schienenwegen privater Infrastrukturbetreiber werden vom Eisenbahn-Bundesamt nicht kartiert. Die Lärmkarten liegen für Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern bzw. Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von über 30.000 Zügen pro Jahr vor.

Die Lärmkarten werden mindestens alle fünf Jahre überprüft und überarbeitet. Die aktuell vorliegende Kartierung umfasst über 16.500 Streckenkilometer der Haupteisenbahnstrecken und 70 Ballungsräume. Insgesamt deckt die Lärmkartierung damit eine Fläche von rund 50.000 Quadratkilometern ab.

Quelle: Eisenbahn-Bundesamt_Lärmkartierung

Lärmaktionsplanung
Der Lärmaktionsplan ist ein Werkzeug zur Bewertung der Lärmsituation an Schienenwegen und bei der Planung von Lärmschutzmaßnahmen. Er enthält Ziele und Strategien zur Lärmminderung. Die Erstellung der Lärmaktionspläne ist gesetzlich in § 47d des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) mit Bezug auf die Europäische Richtlinie 2002/49/EG festgehalten. Gemäß BImSchG regeln die Lärmaktionspläne sowohl Lärmprobleme als auch Lärmauswirkungen. Die Zuständigkeiten der Lärmaktionsplanung für die verschiedenen Lärmquellen sind dort ebenfalls geregelt. Die gesetzlichen Mindestanforderungen an Lärmaktionspläne sind in der Europäischen Richtlinie 2002/49/EG in Anhang V festgehalten. Ein wesentlicher Punkt bei der Erstellung von Lärmaktionsplänen ist die Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Ergebnisse dieser Mitwirkung sind zu berücksichtigen. Ferner ist die Öffentlichkeit über die getroffenen Entscheidungen zu unterrichten. Aus dem Lärmaktionsplan ergeben sich keine Rechtsansprüche auf Lärmminderungsmaßnahmen. Die Pläne müssen – wie die Lärmkartierung – alle fünf Jahre fortgeschrieben werden.

Quelle: Eisenbahn-Bundesamt_Lärmaktionsplanung

Öffentlichkeitsbeteiligung
Ein wesentlicher Punkt bei der Erstellung von Lärmaktionsplänen ist die Beteiligung der Öffentlichkeit. Aus diesem Grund sieht das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) mit Bezug auf die Europäische Richtlinie 2002/49/EG eine Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Lärmaktionsplanung vor. Die Öffentlichkeit erhält dabei die Möglichkeit, an der Ausarbeitung und der Überprüfung der Aktionspläne mitzuwirken. Sie wird über die getroffenen Entscheidungen unterrichtet (Art. 8 Abs. 7 Richtlinie 2002/49/EG).

Mitte 2017 fand die erste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Runde 3 der Lärmaktionsplanung an den Haupteisenbahnstrecken des Bundes statt. In dieser Phase hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, dem Eisenbahn-Bundesamt ihre Lärmsituation vor Ort zu schildern. Die Ergebnisse hat das Eisenbahn-Bundesamt im Januar 2018 im Teil A des Lärmaktionsplans veröffentlicht. In der sich daran anschließenden zweiten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung konnte die Öffentlichkeit dem Eisenbahn-Bundesamt eine Rückmeldung zum Verfahren selbst, zu dem Lärmaktionsplan Teil A und zu bereits vorhandenen Lärmminderungsmaßnahmen geben. Die Ergebnisse stellt das Eisenbahn-Bundesamt im Lärmaktionsplan Teil B vor. Teil A und Teil B ergeben zusammen den vollständigen Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes.

Die nächste Öffentlichkeitsbeteiligung zur Runde 4 der Lärmaktionsplanung wird voraussichtlich im Jahr 2022 stattfinden.

Bezug von Lärmaktionsplänen
Das Eisenbahn-Bundesamt hat den Lärmaktionsplan Teil A und Teil B der Runde 3 veröffentlicht. Beide Teile ergeben zusammen den vollständigen Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes 2017/2018. Die Dokumente können ebenso wie der Pilot-Lärmaktionsplan (2015/2016) über die Links in der nachfolgenden Tabelle heruntergeladen werden.

Lärmaktionsplan (2017/2018)

Titel

Beschreibung

Datum

Lärmaktionsplan
⁢⁢Teil A

Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes (Teil A) (82 Seiten) (Größe der Datei ca. 6 MB, öffnet neues Fenster)

11.01.2018

Anhang zum
Lärmaktionsplan
⁢Teil A

Anhang zum Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes (Teil A) (156 Seiten) (Größe der Datei ca. 8 MB, öffnet neues Fenster)

11.01.2018

Lärmaktionsplan
T⁢eil B

Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes (Teil B) (136 Seiten) (Größe der Datei ca. 31,5 MB, öffnet neues Fenster)

18.07.2018

Pilot-Lärmaktionsplan (2015/2016)

Titel

Beschreibung

Datum

Lärmaktionsplan⁢
⁢Teil A

Pilot-Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes außerhalb von Ballungsräumen (Teil A) (236 Seiten) (Größe der Datei ca. 20 MB, öffnet neues Fenster)

26.11.2015

Lärmaktionsplan ⁢Teil A ohne Anhang

Pilot-Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken der Eisenbahnen des Bundes außerhalb von Ballungsräumen (Teil A) (ohne Anhang) (44 Seiten) (Größe der Datei ca. 10 MB, öffnet neues Fenster)

26.11.2015

Lärmaktionsplan Teil B

Pilot-Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes außerhalb von Ballungsräumen (Teil B) (22 Seiten) (Größe der Datei ca. 12 MB, öffnet neues Fenster)

31.03.2016

Auf Anfrage erhalten Sie die Lärmaktionspläne auch in ausgedruckter Form per Post.

Fragen zur Lärmaktionsplanung im Eisenbahn-Bundesamt können Sie an folgende E-Mail-Adresse richten: lap@ee5a8aa11425405dbda935df3778458deba.bund.de.

Bitte beachten Sie: Aus den Ergebnissen der Lärmkartierung und der Lärmaktionsplanung leiten sich keine unmittelbaren Rechtsfolgen ab.

Für den Verkehrsträger Schiene heißt das, dass laufende Projekte zur Lärmminderung unberührt bleiben. Die Ergebnisse der Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung wirken sich ebenso wenig auf die Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen aus wie auf die Planfeststellung bei Neu- und Ausbauprojekten, im Rahmen derer unter anderem über Maßnahmen zur Lärmvorsorge entschieden wird.

Quelle: Eisenbahn-Bundesamt_Lärmaktionsplanung


Weitere Informationen:

Lärm an Schienenwegen
Kartierungsergebnisse des Eisenbahn-Bundesamtes
Lärmaktionsplanung des Eisenbahn-Bundesamtes
Daten der Lärmstatistik und Lärmkennziffer des Eisenbahn-Bundesamtes


Nichtbundeseigene Eisenbahnen (Stadtbahn)
Die strategischen Lärmkarten für die sonstigen Schienenwege wurden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) für die Stadtbahnstrecke der Linie 18 berechnet und fließen in die Fortschreibung des Lärmaktionsplans ein.

Mit Beschluss des Rates der Stadt Brühl zur Einführung eines 10-Minuten-Taktes bis Brühl-Schwadorf war der zweigleisige Ausbau Stadtbahnstrecke auf dem Streckenabschnitt zwischen Brühl Mitte und Brühl-Badorf auf einer Länge von ca. 2,1 km erforderlich. Der Ausbauabschnitt erstreckte sich vom Bahnhof Brühl Mitte bis zur Eisenbahnüberführung Rabenpfad, ca. 300 m südlich des Haltepunkts Brühl-Badorf. Die Baumaßnahmen sind zwischenzeitlich abgeschlossen.

Planfestgestellte Lärmschutzwände im Bereich der Wohnbebauung wurden bis Ende 2018 errichtet. Die bei wesentlichen Änderungen einzuhaltenden Pegel entsprechen der Lärmvorsorge und sind wesentlich strenger als die im Lärmaktionsplan verwendeten Auslösewerte, die der Lärmsanierung zuzuordnen sind.

188 Wohnungen sind von Lärm >65 dB(A) betroffen. Belastungen >75 dB(A) treten bei sieben Wohnungen auf. Es ist eine Schule (Gebäude), aber kein Krankenhaus (Gebäude) von Lärm >65 dB(A) betroffen.

Ganztags sind 424 Personen von Lärm >65 dB(A) betroffen, davon sind 52 Pegeln >70 dB(A) ausgesetzt. Nachts sind 697 Personen von Lärm >55 dB(A) betroffen, davon 214 >60 dB(A) und sogar 37 >65 dB(A) bzw. 7 >70 dB(A). Damit ist die nächtliche Lärmbetroffenheit höher als die Ganztagsbelastung.

Stadt Brühl

Uhlstraße 3

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