Integrationsarbeit

Die Stadt Brühl hat 46.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Zwölf Prozent davon besitzen einen ausländischen Pass. Viele von diesen Menschen wohnen schon lange in unserer Stadt, andere sind erst seit kurzer Zeit hier. Einige gründen Vereine und Unternehmen und tragen zur kulturellen und wirtschaftlichen Vielfalt in unserer Stadt bei.


Rhein-Erft-Kreis: Verleihung des Integrationspreises 

2022 wird der Rhein-Erft-Kreis erstmalig einen Integrationspreis verleihen. Mit diesem Preis möchten Kreistag und Landrat des Rhein-Erft-Kreises sowohl persönliches als auch gemeinschaftliches Engagement für ein durch gegenseitigen Respekt geprägtes Zusammenleben in unserem Kreis würdigen.

Alle Infos zum Integrationspreis, den Vergaberichtlinien und zur Verleihung gibt es direkt beim Rhein-Erft-Kreis


Pressemitteilungen des Integrationsrates der Stadt Brühl

29. Mai 2022 – Anlässlich des Jahrestages des Brandanschlages in Solingen: Lernen durch Erinnern

Vor 29 Jahren, am 29. Mai 1993 starben Gürsün İnce (* 4. Oktober 1965), Hatice Genç (* 20. November 1974), Gülüstan Öztürk (* 14. April 1981), Hülya Genç (* 12. Februar 1984) und Saime Genç (* 12. August 1988), nachdem Rechtsextremisten das Haus der Familie Genç in Brand setzten.

Der Solinger Brandanschlag hat sich tief eingebrannt in unser kollektives Gedächtnis und besitzt nach wie vor eine große Bedeutung für unsere Gesellschaft. Denn zum einen war er der Höhepunkt unzähliger rassistisch motivierter Anschläge in dieser Zeit. Zum anderen kann an diesem schrecklichen Ereignis gezeigt werden, wie der Frieden in unserer Gesellschaft gefährdet wird, wenn Politikerinnen und Politiker mit unverantwortlichen Worten Hass schüren. Denn in der damaligen Debatte um eine Asylgesetzänderung wurden Menschen mit internationaler Familiengeschichte von prominenten Politikern und einflussreichen Medien zum Sündenbock gemacht. Dadurch entstand eine migrationsfeindliche Stimmung in der Gesellschaft, die in vielen Städten zur Gewalteruption gegen Menschen mit internationaler Familiengeschichte führte und zahlreiche Opfer forderte.

Angesichts der Relevanz dieses Themas für unsere Einwanderungsgesellschaft fordert der Vorsitzende des Integrationsrates der Stadt Brühl, Ömür Könec, den Brandanschlag von Solingen und die politisch-gesellschaftlichen Hintergründe der Ereignisse der 1990er Jahre in allen weiterführenden Schulen im Unterricht zu behandeln. Auch die rechtsterroristischen NSU-Morde und die rassistisch motivierten Anschläge wie z. B. in Hanau und in Halle an der Saale müssen in den Schulen behandelt werden: "Je früher wir die jungen Menschen dazu befähigen, Rassismus, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in allen ihren Erscheinungsformen zu erkennen, umso erfolgreicher können sie diesen Phänomenen entgegenwirken."

Ömür Könec: "Der Historiker Wolfgang Benz sagt: 'Wer über die ermordeten Juden trauert, aber gegen Muslime hetzt, hat nichts gelernt'. Es muss uns allen klar sein, dass menschenverachtende Ideologien eine kontinuierliche Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen. Die gerade veröffentlichte Statistik für rechte Gewalttaten in Nordrhein-Westfalen sollte uns allen eine Warnung sein, dieses Gefahrenpotenzial zu unterschätzen." Im Jahr 2021 stieg die Zahl rechter Gewalttaten im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozentpunkte. Die rassistisch motivierten Straftaten machen dabei mit 62,4 Prozent den größten Anteil aus.1


"Verbal Violence against Migrants in Institutions (VIOLIN)"

Studie zu verbaler Gewalt gegen Menschen mit Migrationshintergrund und geflüchteten Menschen in Institutionen in Deutschland

VIOLIN ist ein wissenschaftliches Projekt, das aus der Kooperation zwischen Politikwissenschaft, Sprachwissenschaft, Gesundheitspsychologie und Psychosomatik entstanden ist.

Es werden die Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund und geflüchteten Menschen mit verbaler Gewalt und Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen (z.B. im Bildungs- oder Gesundheitsbereich oder in Behörden) untersucht und wie sich die Erfahrungen auf ihre psychische Gesundheit auswirken.

Wer kann teilnehmen?
Alle Personen ab 18 Jahren, die entweder selbst oder deren Eltern (mindestens ein Elternteil) nach Deutschland eingewandert sind.

Die Online-Befragung dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Im Anschluss können noch weitere gruppenspezifische Fragen beantwortet werden (ca. 10 bis 15 Minuten).


Integrationsarbeit

Angebote

Die Stadt Brühl hat das Integrationszentrum KOMM-MIT eingerichtet, um Anfragen und Angebote zu bündeln und eine zentrale Stelle für Anfragen und Informationen in allen integrationsrelevanten Belangen zu schaffen.

Neben der Stabsstelle 03 (Integration), der Koordination für das Ehrenamt und Anliegen im Bereich der Quartiersarbeit befinden sich in den Räumlichkeiten in der Schildgesstraße 110, 50321 Brühl Unterrichtsräume und ein Café mit Küche.

Das KOMM-MIT ist neben einer Begegnungsstätte auch Treffpunkt für Brühlerinnen und Brühler im Quartier und dient Menschen mit Migrationshintergrund als Anlaufstelle für alle alltagsrelevanten Fragestellungen.


Ehrenamt

Das Ehrenamt für Neuzugewanderte wird seit 2020 sukzessive aufgebaut und ausgeweitet.

Ehrenamtssprechstunden finden regelmäßig im KOMM-MIT, Schildgesstraße 110, 50321 Brühl, statt:

Dienstag und Donnerstag 9:30 bis 11:00 Uhr
und nach Vereinbarung

In dieser Zeit stehen Ehrenamtliche zur Unterstützung in Alltagsfragen zur Verfügung (bspw. Terminvereinbarungen, Antragsunterstützung, etc.)

Das beinhaltet zunehmend auch die Organisation des Ehrenamtes auf lokaler Ebene in Kooperation mit weiteren Akteuren.

Ansprechpersonen Ehrenamt

Ansprechperson für alle Fragen rund um das Ehrenamt ist die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Brühl, Frau Charlotte von Eynern.

Charlotte von Eynern

Schildgesstraße 110
50321 Brühl
Telefon: 02232 797111
Mail: cvoneynern@bruehl.de

Weitere Informationen unter "Ehrenamt".

Bitte geben Sie hier Ihren Text ein!


Beratung durch den Jugendmigrationsdienst

Regelmäßig finden Sprechstunden von Mitarbeitenden des JMD statt, um Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 15 und 27 Jahren zu beraten und zu fördern, um deren schulische und berufliche Bildung zu begleiten.

Beratung durch die Flüchtlingsberatung der AWO

Jeden Dienstag bietet die Flüchtlingsberatung der AWO eine offene Sprechstunde in der städt. Gemeinschaftsunterkunft, Willy-Brandt-Straße 5c, EG, 50321 Brühl.

Informations- und Bildungsangebote

  • Sprachkurse für Neuzugewanderte (mit Kinderbetreuung)
  • Nachhilfeangebote für Erwachsene
  • Nachhilfeangebote für Kinder und Jugendliche
  • Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche zur Intensivierung der Deutschkenntnisse und deren Anwendung im Alltag
  • Workshops für junge Erwachsene, bspw. Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche, Freizeitgestaltung, Gender-Themen
  • kulturelle Veranstaltungen
  • Ausflüge in die Umgebung

TEA-Time

Einmal im Monat lädt die Initiative Sonnenlicht zur TEA-Time im KOMM-MIT, Schildgesstraße 110, 50321 Brühl, ein. Bei Tee, Kaffee und Gebäck sollen Gespräche angeregt und der Austausch untereinander ermöglicht werden. Eingeladen sind alle Schülerinnen und Schüler der Sprachkurse, die im KOMM-MIT stattfinden, aber auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterer Kurse, sowie deren Patinnen und Paten und alle anderen Interessierten.

Wegen der Hygiene- und Abstandsvorschriften der Corona-Schutzverordnung findet das Angebot derzeit nicht statt.

Bereits in der Vergangenheit sind zahlreiche Angebote installiert worden. Es gibt eine Fülle von Aktivitäten. An dieser Stelle sollen nur erwähnt werden:

  • Sprachfördermaßnahmen in den Tageseinrichtungen für Kinder
  • Sprachkurse für Mütter mit begleitender Kinderbetreuung (KOMM-MIT)
  • Ehrenamt zur Unterstützung Neuzugewanderter
  • Schulungs-, Bildungs- und Informationsangebote (für Ehrenamt und Neuzugewanderte, bspw. politische Lageberichte, Länderinformationen, Diskussionsrunden, Infos der Verbraucherzentrale (Strom sparen, Müll trennen) etc.
  • integrative Kinder- und Jugendangebote im Kinder- und Jugendtreff "Klasse" in Vochem
  • Veranstaltungen der Gleichstellungsbeauftragen zu "Kopftuch" und anderen aktuellen Themen, z. B. mit ausländischen Mädchen im Rahmen der Zukunftswerkstatt
  • Kooperationen städtischer Einrichtungen mit Institutionen zur Förderung des Spracherwerbs und zum Aufbau begleitender Angebote (bspw. Lernen, Sport, musikalische Förderung, etc.)
  • Ferienangebote im künstlerisch-musikalischen Bereich für Mädchen mit Fluchthintergrund (KuMS)

Filmprojekt: "Danke Deutschland! Zweite Heimat! Neues Leben!"


Betreuungskonzeption – Vorlage 442/2021 

Stadt Brühl

Uhlstraße 3

50321 Brühl

telefon:02232 79-0

fax:02232 48051