Überprüfung von Schadstoffen an Brühler Kitas und Schulen

Obwohl sich in der GGS Brühl-Badorf die Sorge aller Betroffenen um eine mögliche, für die Kinder gesundheitsschädigende, Schadstoffbelastung als unbegründet herausgestellt hatte, hatte Bürgermeister Dieter Freytag veranlasst, in allen städtischen Kitas und Schulen - sofern diese nicht neu gebaut oder in den letzten Jahren komplett saniert wurden - Raumluftuntersuchungen durchzuführen.

Diese Messungen wurden in Angriff genommen und im Laufe der Schulsommerferien 2017 abgeschlossen. Mit der Durchführung der Untersuchungen wurde die Firma Eco Luftqualität + Raumklima mbH aus Köln beauftragt, die über umfassende Erfahrungen in diesem Bereich verfügt. Der Firma Eco wurde eine Objektliste mit Messpunkten übergeben, welche mit der Unfallkasse NRW abgestimmt wurde. In den Gebäuden haben dann in enger Abstimmung mit dem Gebäudemanagement und dem Schulamt der Stadt Brühl unter genau vorgegebenen Bedingungen wie Lüftung und Witterung stichprobenhafte Raumluftmessungen stattgefunden.

Damit bei der Durchführung und Beurteilung der Messungen vergleichbare Verfahren und Maßstäbe zur Anwendung kommen konnten, orientierte sich das beauftragte Institut an den "Handreichungen zur Beurteilung von Innenluftkontaminationen mittels Referenz- und Richtwerten der Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Inneraumlufthygiene-Kommision des Umweltbundesamtes und der Obersten Landesgesundheitsbehörden". Hier wurden konkrete Messbedingungen vorgegeben, wie z.B. ein ausreichender zeitlicher Abstand zwischen Lüftung und Beginn der Probenahme. Auch waren die Außentemperaturen und -luftgeschwindigkeiten zu beachten.

Bei den Schadstoffuntersuchungen an städtischen Kitas und Schulen sind keine weiteren bedenklichen Emissionen festgestellt worden. Alle Eltern wurden hierüber informiert.

Nicht beprobt wurde die "Clemens-August-Hauptschule", da diese in den nächsten Jahren in mehreren Schritten umfassend saniert werden soll. Die Messungen werden im Zuge der Sanierungsmaßnahmen erfolgen.

Ebenfalls nicht beprobt wurde die "Gesamtschule", da diese damals unter Auflagen zur Verwendung von ökologischen Baustoffen errichtet und damit als unbedenklich eingestuft wurde.

Schadstoffbelastung im Altbau der Erich Kästner-Realschule
hier: Experten informierten über Ergebnisse der Blutunter-suchungen

Als Folge der festgestellten Schadstoffbelastung im umgehend geschlossenen Altbau der Erich Kästner-Realschule wurden am 17.10.2017 und 21.11.2017 Blutuntersuchungen (sogenanntes Human-Biomonitoring) der Schüler/innen sowie der Lehrer/innen durchgeführt. Die Ergebnisse liegen nun vor und die Beprobten wurden postalisch über ihre individuellen Befunde informiert.
Um bei der Interpretation dieser Befunde bestmöglich zu unterstützen organisierte die Stadt Brühl am 19.12.2017 eine weitere Informationsveranstaltung mit den bereits aus den vorherigen Veranstaltungen bekannten Experten: Herr Prof. Dr. med. Thomas Kraus, Professor für Arbeitsmedizin an der RWTH Aachen und Direktor des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Aachen, Herr Dr. med. Franz-Josef Schuba, Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Erft-Kreises, sowie Frau Uta Köhler von der Unfallkasse NRW.
Herr Prof. Kraus erläuterte der Schulgemeinschaft die Ergebnisse der Blutuntersuchungen. Es wurden bei 80 % der 251 durchgeführten Messungen PCB-Belastungen festgestellt (PCB 28, PCB 52 und PCB 101). Diese PCBs werden ausschließlich über die Raumluft aufgenommen und sind unter hoher Wahrscheinlichkeit auf die Schadstoffbelastung des nun geschlossenen Altbaus zurückzuführen. Für diese PCBs sind die Messwerte gegenüber den Referenzwerten in der Bevölkerung deutlich erhöht – je länger die Verweildauer im Altbau umso mehr. Diese Überschreitung der Referenzwerte gibt jedoch noch keinen Hinweis auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung sondern zeigt allein eine Erhöhung gegenüber der Allgemeinbevölkerung an.
Über die Referenzwerte hinaus gibt es anerkannte gesundheitsbasierte Grenzwerte, bei deren Überschreitung von einer gesundheitlichen Belastung ausgegangen werden kann. Diese sogenannten Human-Biomonitoring-Werte (HBM I und HBM II) wurden in keiner Probe der Erich Kästner-Realschule überschritten. Lt. Herrn Prof. Kraus sind gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Einhaltung der gesundheitsbasierten Grenzwerte nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht wahrscheinlich.
Auch haben die in den Proben erhöht vorgefundenen, über die Raumluft aufgenommenen PCBs, eine kurze Halbwertszeit von nur 15 Monaten bis max. 4,5 Jahren, d.h. sie werden relativ schnell im Körper abgebaut, verstoffwechselt und ausgeschieden. Eine zusätzliche Beschleunigung des Abbaus durch medizinische Maßnahmen ist nicht möglich.
Die Forschungen an der RWTH Aachen belegen die durchweg kurze Halbwertszeit der gemessenen PCBs, so dass Herr Prof. Kraus eine generelle Kontrolluntersuchung in einigen Jahren nicht als notwendig ansieht. Gleichwohl sicherten der Bürgermeister und Frau Köhler von der Unfallkasse NRW, welche die Blutuntersuchungen finanziert, auf Wunsch und nach vorheriger individueller Beratung eine Folgeuntersuchung durch das Institut für Arbeits- und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Aachen zu. An diesem Angebot Interessierte werden gebeten, sich im Sekretariat der Erich Kästner-Realschule zu melden.
Herr Prof. Kraus stellte heraus, dass die Forschung bzgl. PCB-Belastung rasant voranschreitet. Umso wichtiger ist die Dokumentation der Ergebnisse der in Brühl erfolgten Blutuntersuchungen für die Betroffenen.
Auf die Frage von besorgten Eltern und Lehrpersonal nach Maßnahmen die nun ergriffen werden könnten, stellte Herr Prof. Kraus heraus, dass die einzige sinnvolle Maßnahme die sei, die Kinder und das Personal präventiv nicht mehr der Belastung auszusetzen. Dies habe die Stadt Brühl seiner Meinung nach in begrüßenswerter Weise mit der umgehenden Schließung des Altbaus sofort umgesetzt.
Herr Dr. Schuba vom Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises sagte zu, dass er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin für Fragen rund um das Thema PCB für die Schulgemeinschaft und auch für individuelle Fragen zur Verfügung zu stehen.
Sollten einzelne Untersuchungsergebnisse bislang nicht zugestellt worden sein, so können sich die Betroffenen gerne im Sekretariat der Schule melden.
Aktuelle Informationen sind jederzeit auf der Homepage der Stadt Brühl www.bruehl.de abrufbar, auf deren Startseite eine eigens eingerichtete Rubrik „Schadstoffe Erich Kästner-Realschule“ eingerichtet wurde.


Polychlorierte Biphenyle (PCBs) - Erläuterung und Bewertung der Ergebnisse des Biomonitorings von Univ.-Prof. Dr.med. Thomas Kraus


Schadstoffe Erich Kästner-Realschule: Informationsveranstaltung am 19. Dezember 2017

Die Blutprobenentnahme der Schüler- und Lehrerschaft der Erich-Kästner-Realschule ist abgeschlossen. An zwei Tagen war das Team des Kreisgesundheitsamtes unter Leitung von Dr. med. Franz-Josef Schuba vor Ort.

Ausgestattet mit dem notwendigen Equipment und unterstützt durch die Schulleitung wurden fast 300 Proben entnommen. Alle Blutproben wurden anschließend unverzüglich zur RWTH Aachen gebracht. Im dortigen Labor wird das Blut unter Leitung von Prof. Dr. med. Thomas Kraus, Professor für Arbeitsmedizin an der RWTH Aachen und Direktor des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Aachen, nun auf eine Belastung mit PCB untersucht. Anhand vorhandener Vergleichswerte kann eine Einstufung eines möglichen gesundheitlichen Risikos vorgenommen werden.

Wie bereits angekündigt soll es nach der Auswertung der Proben einen weiteren Informationsabend in der Schule geben. Diese Infoveranstaltung findet am Dienstag, 19. Dezember 2017 um 18 Uhr in der Mensa der Erich-Kästner-Realschule statt. Hier wird Professor Kraus die Ergebnisse den Eltern, Schülerinnen und Schülern und betroffenen Lehrern erläutern. An diesem Abend soll auch bekannt gegeben werden, ob es weitere Blutuntersuchungen für ehemalige Schülerinnen und Schüler geben wird. Die Eltern wurden bereits persönlich per Elternbrief über die Informationsveranstaltung informiert.

Interessierte ehemalige Schülerinnen und Schüler sind ebenfalls herzlich eingeladen. Neben Prof. Kraus werden auch Vertreter des Gesundheitsamtes und der Unfallkasse anwesend sein, um Fragen zu beantworten. Aktuelle Informationen werden regelmäßig auch auf der Homepage der Stadt Brühl "www.bruehl.de" unter der Rubrik "Schadstoffe Erich Kästner-Realschule" hinterlegt.

Max-Ernst-Gymnasium: Keine Richtwerte überschritten

Im Rahmen der von Bürgermeister Freytag veranlassten Raumluftuntersuchungen in allen städtischen Kitas und Schulen wurden auch im Max-Ernst-Gymnasium Messungen vorgenommen.

Im Nachgang wurde zusätzlich kontrolliert, ob PCB-belastete Fugenmassen im Gebäude vorhanden sind und diese Quellen die Innenraumluft belasten. Hier kann nun Entwarnung gegeben werden. Zwar wurden am Max-Ernst-Gymnasium PCB-Quellen in Form von dauerelastischen Fugenmassen im Bereich der Fassade des Gebäudes festgestellt. Diese führen jedoch nicht zu gesundheitlich bedenklichen Verunreinigungen der Innenraumluft. Die Werte liegen bei 50 ng/m³ sowie bei 80 ng/m³ und somit deutlich unter dem PCB-Sanierungszielwert von 300 ng/m³. Solange an den Fugen keine Umbauten, Abbrucharbeiten etc. durchgeführt werden, besteht kein Handlungsbedarf im Sinne der PCB-Richtlinie.
Die Gutachterliche Kurzstellungnahme zur Bewertung von PCB-Raumluftmessungen in Unterrichtsräumen und Materialuntersuchen im Max-Ernst-Gymnasium stehen Ihnen hier als Download zur Verfügung.

Schadstoffe Erich Kästner-Realschule: Blutuntersuchungen

"Bereits am 17.10.2017, also noch vor den Herbstferien, werden in der Erich Kästner-Realschule die ersten Blutuntersuchungen für die Schülerinnen und Schüler der älteren Jahrgänge angeboten und durchgeführt."

Die Zusage, dass die ersten Blutuntersuchungen noch vor den Herbstferien durchgeführt werden, konnte Schuldezernentin Stephanie Burkhardt den Eltern in der Informationsveranstaltung erteilen. Eine weitere Blutuntersuchung ist für den 21.11.2017 geplant.

Der erste Untersuchungstermin ist zunächst für alle älteren Jahrgänge gedacht, die ihre Klasse im Atriumhaus hatten. Bestenfalls können alle gewünschten Untersuchungen der Schülerinnen und Schüler an diesem ersten Termin erfolgen.

Die Durchführung der Untersuchung übernimmt das Team um Dr. med. Franz-Josef Schuba vom Kreisgesundheitsamt. Die Blutproben werden anschließend in das Labor zur RWTH Aachen gebracht um dort die Belastung mit PCB im Blut nachzuweisen, sogenanntes Human-Biomonitoring. Anhand vorhandener Vergleichswerte kann dann eine Einstufung eines möglichen gesundheitlichen Risikos vorgenommen werden. Die Kosten der Untersuchungen werden von der Unfallkasse NRW übernommen.

Fragebögen zur Untersuchung, auf denen die Eltern ihr Einverständnis erklären müssen, wurden zur Mitnahme ausgelegt. Weitere Fragebögen können im Sekretariat der Erich Kästner-Realschule abgeholt werden.

Prof. Dr. med. Thomas Kraus, Professor für Arbeitsmedizin an der RWTH Aachen und Direktor des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Aachen erläuterte den Eltern umfassend die gesundheitlichen Zusammenhänge hinsichtlich des Schadstoffs PCB anhand einer Power-Point-Präsentation.

Nach Abschluss der Untersuchungen und Vorliegen der Ergebnisse wird ein weiterer Infoabend stattfinden, an dem Prof. Kraus die Ergebnisse den Eltern und betroffenen Lehrern erläutern wird.

Es wurden jedoch nicht nur organisatorische Dinge im Rahmen der Informationsveranstaltung besprochen. Selbstverständlich brachten die Eltern auch ihre Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder zum Ausdruck. Hier standen mit Prof. Dr. med. Thomas Kraus, Dr. med. Franz-Josef Schuba, Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Erft-Kreises, sowie Frau Sonja Stöcker von der Unfallkasse NRW, Abteilung biologische, chemische und physikalische Einwirkungen, allesamt Fachleute auf ihrem Gebiet Rede und Antwort.

Wichtige Informationen werden weiterhin per Elternbrief zur Kenntnis gegeben. Aktuelle Informationen sind aber auch auf der Homepage der Stadt Brühl hinterlegt, auf eine eigens eingerichtete Rubrik "Schadstoffprüfung" eingerichtet wurde.

Wer dennoch Fragen hat, richtet diese an die Pressestelle der Stadt Brühl, Maria Müller, Tel. 02232/79-2440 oder per Mail.

Schadstoffe Erich Kästner-Realschule: Informationsabend am 26. September 2017

Da sich bedauerlicherweise die erhöhten PCB-Werte der Erstmessung im Altbau der Erich Kästner-Realschule (EKR) bestätigt hatten, bleibt das Gebäude gesperrt.

Über die Hintergründe klärte Bürgermeister Freytag zusammen mit Fachleuten die Eltern zuletzt in einer Informationsveranstaltung in der Schule auf. Gleichzeitig wurde eine zweite Informationsveranstaltung angekündigt rund um das Thema "PCB Belastung: Gesundheitsfragen/medizinische Untersuchung".

Diese findet für alle Interessierten am Dienstag, 26.09.2017 um 18 Uhr in der Mensa der Erich Kästner-Realschule statt. Hier wird Professor Dr. med. Thomas Kraus, Professor für Arbeitsmedizin an der RWTH Aachen und Direktor des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Aachen, die gesundheitlichen Zusammenhänge erläutern und für Fragen zur Verfügung stehen.

Die Erziehungsberechtigten der aktuellen Schülerschaft werden in Kürze per Elternbrief angeschrieben. Der Einladung wird auch ein Fragebogen beiliegen. Teilnehmen können aber auch ehemalige Schüler, die allerdings nicht persönlich angeschrieben und eingeladen werden können.

Die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die eigentlichen Blutuntersuchungen werden derzeit noch geklärt. Es sollen voraussichtlich zwei Termine noch vor den Herbstferien in der EKR stattfinden.
Angeboten wird eine Blutuntersuchung zunächst für alle aktuellen Schülerinnen und Schüler. Am ersten Untersuchungstag werden - sofern die Erziehungsberechtigten dies wünschen - zunächst alle Jugendlichen untersucht, die ihre Klassenräume im Atriumhaus hatten. Die Blutuntersuchungen bei den übrigen Jahrgängen, die - wenn überhaupt - nur sporadisch im Altbau unterrichtet wurden, würden dann in einem späteren Termin durchgeführt. Eventuell wird es für ehemalige Schülerinnen und Schüler, die sich bereits im Erwerbsleben befinden und zeitlich eingeschränkt sind, einen weiteren Sondertermin geben.

Die Unfallkasse NRW hat sich bereit erklärt, die Kosten für die Blut-untersuchung der Schülerinnen und Schüler, die aktuell die Erich-Kästner-Realschule besuchen, zu übernehmen.

Dennoch können alle interessierten ehemaligen Schülerinnen und Schüler an der Informationsveranstaltung teilnehmen, in deren Rahmen die Zusammen-hänge genau erläutert und alle Fragen beantwortet werden.
Wer bis dahin noch Fragen hat, kann diese an die Pressestelle der Stadt Brühl richten, Maria Müller, Tel. 02232/79-2440.

Schadstoffe Erich Kästner-Realschule: Ordnungsgemäßer Schulbetrieb gewährleistet

"Bereits spätestens Ende September stehen auf dem Gelände der Erich Kästner-Realschule Schul-Container zur Verfügung, in denen neun Ersatzklassenräume eingerichtet werden können." Diese Zusage konnte Bürgermeister Dieter Freytag den Eltern in der Informationsveranstaltung am Montagabend bereits erteilen.

Die Containereinheiten werden hinter dem Altbau sowie seitlich davon platziert, sodass der Pausenhof für die Schülerinnen und Schüler möglichst wenig eingeschränkt wird. Diese Maßnahme wird notwendig, da sich bedauerlicherweise die erhöhten PCB-Werte der Erstmessung im Altbau bestätigt hatten.

Schulleiterin Inge Müller-Costard konnte vermelden, dass sie bereits alle organisatorischen Absprachen getroffen habe. Sie versprach, dass es - sobald die Container genutzt werden könnten - weder einen Unterrichtsausfall gebe noch die Qualität des Unterrichts beeinträchtigt werde. Durch die Umwidmung von Räumen im Neubau und die Bereitstellung von Klassenräumen in der Clemens-August-Schule müssten nur für eine Übergangszeit von zwei bis maximal vier Wochen bis zur endgültigen Nutzung der Container gewisse Einschränkungen hingenommen werden. Aber auch während dieser Phase sei die Beschulung aller Kinder am Vormittag gewährleistet, während das Ganztagsangebot dann nur für Schüler/innen mit entsprechendem Bedarf aufrecht erhalten werden kann. Angeboten werden in dieser Zeit auch sogenannte Projekttage und ein unterrichtsfreier Studientag für die Klassen 9 und 10. Falls nötig wird zusätzlicher Förderunterricht angeboten.

Lediglich die Frage nach dem Ersatz für die im Altbau befindlichen Fachräume konnte noch nicht abschließend beantwortet werden. Hier hofft man allerdings auf die Bereitstellung von entsprechenden mobilen Schulfachcontainern der Stadt Köln. Ansonsten werde man diesbezüglich noch einmal Kontakt zu anderen Schulen aufnehmen und anfragen, inwieweit eine Mitnutzung der dortigen Fachräume möglich ist.

Fest steht, dass der Altbau der Schule gesperrt bleibt und saniert wird. "Die Sanierung wird schnellstmöglich in Angriff genommen," so Georg Hilger vom Gebäudemanagement der städtischen AöR. Er legte auch dar, dass eine solche Sanierung von einer nach PCB-Richtlinie und der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 524 "Schutzmaßnahmen bei Sanierungen in kontaminierten Bereichen" zugelassenen Fachfirma erfolge, die kurzfristig mit der Planung, Begleitung und Durchführung der Sanierung beauftragt werde. Zwar könne eine finale Einschätzung über die voraussichtliche Dauer der Sanierungsmaßnahmen seriös erst erfolgen, wenn das Sanierungskonzept erstellt sei, man gehe allerdings heute schon von einem Zeitraum von ca. einem Jahr aus. Während der Sanierungsarbeiten werde darauf geachtet, dass Unterricht und Schulbetrieb möglichst nicht gestört würden. Die Arbeiten müssten ggf. zeitlich auf den Unterricht abgestellt werden.

Doch nicht nur organisatorische Dinge wurden im Rahmen der Informationsveranstaltung besprochen. Selbstverständlich brachten die Eltern auch ihre Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder zum Ausdruck. Hier standen mit Dr. Franz-Josef Schuba, dem Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Erft-Kreises, seiner Mitarbeiterin, Gesundheitsingenieurin Gisela Hück, Professor Dr. med. Gerhard A. Wiesmüller, außerplanmäßiger Professor für Hygiene und Umweltmedizin bei Professor Dr. med. Thomas Kraus, Professor für Arbeitsmedizin an der RWTH Aachen und Direktor des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Aachen, sowie Dr. Lothar Grün von der mit den Untersuchungen beauftragten Firma Eco Luftqualität + Raumklima GmbH aus Köln allesamt Fachleute auf ihrem Gebiet Rede und Antwort.

Sie stellten dar, dass durch die entnommenen Materialproben eindeutig die Kunststofffugen zwischen den Betonteilen im Altbau als Primärquellen für die Belastungen identifiziert worden seien. Da nicht auszuschließen war, dass sich die PCB-Belastung auch auf andere Materialien in der Schule ausgedehnt habe, seien weitere Untersuchungen des Inventars nach Reinigung und Transport in einen unbelasteten Raum vorgenommen worden. Die Ergebnisse lagen am Mittwoch nach der Elternversammlung vor. Obwohl es sich um Mobiliar aus dem am höchsten belasteten Raum handelte, lag der Wert bei 290 ng/m³, also unter dem Zielwert von 300, der nach einer Sanierung erreicht werden sollte, und weit unter dem Eingreifwert von 3.000 ng/m³.

Einen breiten Raum nahmen verständlicher Weise die Fragen nach den Auswirkungen der PCB-Belastung in der Vergangenheit ein. Hier erläuterte Prof. Wiesmüller, dass es sich bei Polychlorierten Biphenylen (PCB) um eine Gruppe von chlorierten organischen Substanzen handelt, die aus 209 verschiedenen chemischen Verbindungen (sogenannten Kongeneren) bestehen. Grundsätzlich können PCB über die Nahrung, über die Luft und über die Haut aufgenommen werden. Niedrigchlorierte PCB sind leichtflüchtig und werden durch Einatmen aufgenommen, höher chlorierte PCB sind schwerflüchtig und werden mit der Nahrung aufgenommen. Im Falle der PCB-belasteten Schule handelt es sich um niedrigchlorierte leichtflüchtige PCB, die vor allem über die Atemwege aufgenommen werden. PCB reichern sich nach der Aufnahme vor allem in fettreichen Geweben von Mensch und Tier (Lebensmittel) an. Einige PCB zeigen Ähnlichkeiten mit Dioxin. Es gebe kein spezifisches Krankheitsbild.

Von großer Wichtigkeit sei auch die Halbwertszeit von PCB, also der Zeitraum, nach welchem die Hälfte der Menge an Ausgangssubstanz ausgeschieden wird. Diese variiert für die unterschiedlichen PCB zwischen Monaten bis einigen Jahren (niedrigchlorierte leichtflüchtige PCB) und Jahren bis mehreren Jahrzehnten (höherchlorierte schwerflüchtige PCB). Die niedrigchlorierten PCB, welche in der Hauptsache über die Raumluft aufgenommen werden, scheidet der Körper viel schneller aus als die höherchlorierten PCB, die vor allem über die Nahrung in den Organismus gelangen.

Es gibt die Möglichkeit, die Belastung mit PCB im Blut nachzuweisen, also ein sogenanntes Human-Biomonitoring durchzuführen. Hierzu wird in Kürze eine weitere Informationsveranstaltung stattfinden, bei der mit Prof. Kraus ein ausgewiesener wissenschaftlicher Experte zur Verfügung steht. Nach entsprechender Kostenzusage für die Schülerinnen und Schüler durch die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen und mit der Unterstützung durch das Kreisgesundheitsamt Rhein-Erft-Kreis wird das von Prof. Kraus geleitete Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der RWTH Aachen für alle aktuellen und auch ehemaligen Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrerschaft dieses Human-Biomonitoring anbieten. Aufgrund vorhandener Vergleichswerte kann dann ggf. auch die Einstufung eines möglichen gesundheitlichen Risikos vorgenommen werden. Diese Untersuchungen werden voraussichtlich noch vor den Herbstferien vor Ort an der Schule durchgeführt. Es wird außerdem eine gesundheitliche Beratung erfolgen.

Von eigenen Untersuchungen bei Hausärzten sollten die Eltern Abstand nehmen, da die notwendigen Untersuchungen Spezialwissen erfordern. Bei selbst in Auftrag gegebenen Untersuchungen erfolgt keine Kostenübernahme durch die Unfallkasse und im Zweifelsfall übernimmt auch die jeweilige Krankenkasse diese Kosten nicht.

Bürgermeister Freytag versicherte abschließend nochmals, dass man die Sorgen der Eltern sehr ernst nehme und diese auch weiterhin allumfassend informieren werde.

Wichtige Informationen würden per Elternbrief zur Kenntnis gegeben. Aktuelle Informationen seien aber auch auf der Homepage der Stadt Brühl www.bruehl.de hinterlegt, auf deren Startseite er eine eigens eingerichtete Rubrik "Schadstoffe Erich Kästner-Realschule" habe einrichten lassen.

Wer dennoch Fragen hat, richtet diese an die Pressestelle der Stadt Brühl, Maria Müller, Tel. 02232/79-2440 oder per eMail.

Erhöhte Schadstoffwerte an der Erich-Kästner-Realschule

Im Zuge der in den Sommerferien durchgeführten Schadstoffbeprobungen an verschiedenen städtischen Kitas und Schulen wurden in der Erich Kästner Realschule (EKR) kritische Werte in der Raumluft festgestellt.

Bürgermeister Dieter Freytag reagierte unverzüglich und informierte die Eltern Ende letzter Woche umfassend per Brief.

An der Erich Kästner-Realschule wurden Raumluftmessungen sowohl im Altbau als auch im Neubau ausgeführt. Neben den klassischen VOC Messungen zur Bestimmung der Konzentration von leicht flüchtigen organischen Verbindungen in der Raumluft wurden auf Grund des Beton-Altbaus zusätzlich PCB (Polychlorierte Biphenyle)-Messungen durchgeführt.

Während die VOC Messungen unauffällig waren, ergaben die Laboruntersuchungen bei der PCB-Messung im Altbau einen überhöhten Wert. Der Richtwert für PCB in der Luft von genutzten Räumen beträgt 300 ng (Nanogramm)/m³, ab 3.000 ng/m³ gibt es Handlungs- und Sanierungsbedarf bis hin zur möglichen Schließung des Gebäudes. Der im Altbau der EKR gemessene Wert lag bei 5.200 ng/m³. Dieser Wert wurde allerdings nur an einer Stelle festgestellt und ist möglicherweise auch durch die Messbedingungen, wie sehr hohe Temperaturen und eingeschränkte Lüftung in den Ferien, beeinflusst.

In enger Abstimmung mit der durchführenden Firma aus Köln, wurden städtischerseits umgehend weiterreichende Messungen beauftragt mit dem Ziel, festzustellen, ob sich die Werte in dieser Form bestätigen, in welchen Bereichen erhöhte Werte vorliegen und welche Quelle für die Belastung verantwortlich ist. Neben der Raumluftmessung werden zusätzlich Materialproben entnommen. Ziel der Maßnahmen ist es, die Quellen der PCB-Belastung zu entfernen, um damit eine Gefährdung aller Personen an der Erich Kästner Realschule durch PCB auszuschließen.

Bevor die Ergebnisse der Kontrollmessungen und Materialproben nicht vorliegen, können keine Aussagen über die weitere Vorgehensweise gemacht werden, ob z.B. die Sperrung von Teilbereichen ausreicht, oder ob im schlimmsten Fall eine temporäre Schließung des Altbaus nötig ist. Da die abschließenden Ergebnisse erst kurz vor Ende der Sommerferien vorliegen, werden vorsorglich bereits alle notwendigen Vorkehrungen getroffen für den Fall der vorübergehenden Räumung des kompletten Altbaus.

Unabhängig von der Höhe der Schadstoffbelastung wurden bereits jetzt die Unfallkasse NRW und das Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises eingeschaltet, um erfahrene Fachleute an der Seite zu haben.

Donnerstag, 24.08.2017: Ergebnisse der Kontrollmessungen liegen vor

Bürgermeister Dieter Freytag teilt mit, dass die Resultate der hier bereits angekündigten Kontrollmessungen zwischenzeitlich vorliegen. Sie bestätigen bedauerlicherweise die negativen Messwerte.
Die Eltern wurden erneut unverzüglich per Elternbrief informiert.

Weitere Nachfragen sind in der Elterninformationsveranstaltung am Montag, 28.08.2017, 19 Uhr, in der Mensa der Erich-Kästner-Realschule möglich. Ansonsten nimmt Ihre Rückfragen auch gerne die Pressestelle entgegen.

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